Fettabsaugung (Liposuktion)

Eine schlanke Taille, straffe und glatte Oberschenkel und ein fester Po: Frauen, die mit ihrem Äußeren nicht zufrieden sind, wünschen sich oft eine Verschönerung dieser typischen weiblichen Problemzonen. Aber nicht nur Frauen fühlen sich durch die lästigen Fettpölsterchen gestört. Auch bei Männern gibt es bestimmte Problemzonen, die sich weder durch Sport noch Ernährung beeinflussen lassen. Eine Liposuktion kann Abhilfe schaffen und zu neuem Wohlbefinden führen.

Aufbau des menschlichen Fettgewebes

Das Fettgewebe ist eine besondere Form des Bindegewebes. Es kommt an verschiedenen Stellen des Körpers vor und wird aus Fettzellen aufgebaut. Diese Fettzellen speichern Fett in ihrem Zellleib und geben es bei Bedarf wieder frei. Fettzellen können nahezu überall im Körper vorkommen. Dabei sind sie in das lockere Bindegewebe eingelagert.
Beim Fettgewebe wird zwischen zwei Formen unterschieden, dem weißen und dem braunen Fettgewebe. Diese haben verschiedene Aufgaben. Das weiße Fettgewebe stellt dabei den mit Abstand größten Anteil dar. Es hat drei Funktionen. Es speichert zum einen als sogenanntes Speicherfett (oder Depotfett) Lipide, fettlösliche Vitamine und Wasser und sorgt so für das Anlegen von Energiereserven für den Körper. Während sehr schlanke Menschen und Sportler einen Fettanteil von zehn Prozent im Körper haben, verfügen normalgewichtige Menschen über einen Anteil von 15–25 %. Bei übergewichtigen Menschen kann der Fettanteil des Körpergewichts sogar mehr als 50 % betragen. Dieses Depotfett befindet sich vor allem in der Unterhaut und macht sich als sogenannte Fettschürze am  Bauch, oder am Gesäß bemerkbar.

Die zweite Aufgabe des weißen Fettgewebes ist die Isolation von Wärme. Das hauptsächlich in der Unterhaut liegende sogenannte Isolierfett schützt den Körper davor, zu viel Wärme nach außen abzugeben.
Die dritte Aufgabe des weißen Fettgewebes ist das Bilden eines mechanischen Schutzes an bestimmten Körperstellen. Dazu gehören die Gelenke, das Gesäß, die Fußsohlen, der Augapfel, die Nieren und die Herzkranzgefäße. Dieses sogenannte Baufett bildet zudem die letzte Reserve im Falle von Nahrungsmangel.

Das braune Fettgewebe, das im Körper eines erwachsenen Menschen nur an wenigen Stellen zu finden ist, dient zur direkten Erzeugung von Wärme.
Kommt es jedoch zu einer übermäßigen Ansammlung an Fettpolstern, so fühlen sich Betroffene schnell davon in ihrer Attraktivität und ihrem Selbstbewusstsein beeinträchtigt. Da die Form des Körpers sowie die Fettverteilung zu einem großen Teil genetische Veranlagung ist, tragen Sport und eine gesunde Ernährung nur selten dazu bei, die Figur gezielt zu formen. Insbesondere an Po, Hüften, Bauch, äußeren und inneren Oberschenkeln, Waden, Kinn oder Oberarmen leiden Viele unter störenden Fettzellen. Eine Fettabsaugung kann Betroffenen dabei helfen, die Körperkontur effektiv zu optimieren und störende Fettdepots dauerhaft zu beseitigen.

Für wen ist die Fettabsaugung geeignet

Mit den aktuellen Methoden der Fettabsaugung (Liposuktion) lässt sich störendes überschüssiges Fett deutlich reduzieren und damit das Körperbild sehr gut und dauerhaft korrigieren. Insbesondere bei örtlichen Fettdepots an den Hüften, am Bauch, an den Fesseln, am Oberkörper und unter dem Kinn lassen sich damit sehr gute Ergebnisse erzielen. Der Eingriff ist außerdem dazu geeignet, um überschüssiges Fettgewebe im Brustbereich bei Männern zu reduzieren. Aber auch für Patienten die unter der Fettgewebserkrankung, dem sogenannten Lipödem leiden, kann eine Liposuktion effektiv und dauerhaft Abhilfe schaffen.

Bei sehr starkem Übergewicht ist die Liposuktion jedoch nicht das Mittel erster Wahl. Sollten Betroffene gerade dabei sein Gewicht zu verlieren, so ist es empfehlenswert abzuwarten bis das Wunschgewicht erreicht ist. Darüber hinaus sollten sich Patienten im klaren darüber sein, dass eine Fettabsaugung keine Alternative zur Gewichtsreduktion oder einem gesunden Lebensstil bedeutet. Sie eignet sich lediglich zur Beseitigung von hartnäckigen Fettdepots, die sich weder mit Sport noch gesunder Ernährung reduzieren lassen.

Eine Liposuktion ist generell keine Frage des Alters, jedoch verliert die Haut mit zunehmendem Alter an Spannkraft, sodass in einigen Fällen eine Kombination von Fettabsaugung und Hautstraffung empfehlenswert ist. 

Behandlungsablauf

Voraussetzung für eine komplikationsfreie Fettabsaugung mit zufriedenstellendem Ergebnis ist ein guter allgemeiner Gesundheitszustand. Ein erhöhtes Komplikationsrisiko bei Liposuktionen besteht bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutgerinnungsstörungen und Diabetes. Auch regelmäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum ist ein Risikofaktor. Individuelle Risiken sollten deshalb immer vor einem Eingriff in einem persönlichen Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.
Liposuktionen werden meist ambulant durchgeführt. Vor dem Eingriff wird der Patient in einem Beratungsgespräch über die Möglichkeiten, Grenzen und Risiken einer Fettabsaugung aufgeklärt. Darüber hinaus findet im Vorfeld der OP eine ausgiebige körperliche Untersuchung statt.

Ablauf und Techniken

Die Tumeszenztechnik ist heutzutage die am häufigsten eingesetzte Methode zur Fettabsaugung. Dazu wird am Tag des Eingriffs die behandelte Körperpartie zunächst mit der Tumeszenz-Lokalanästhesie, bei der ein Lokalanästhetikum in das Unterhautfettgewebe injiziert wird, betäubt. Diese Form der örtlichen Betäubung zeichnet sich durch ein deutlich geringeres Risiko im Vergleich zur Vollnarkose aus. Die Gefahr von Komplikationen wie Thrombosen, Embolien, Nachblutungen und Infektionen ist bei der ambulant durchgeführten Fettabsaugung in Tumeszenzlokalanästhesie extrem gering. Mithilfe besonders feiner Kanülen wird das überschüssige Körperfett abgesaugt.

Während in den Anfangszeiten der Liposuktion Ärzte ausschließlich manuell, das heißt ohne technische Unterstützung wie Vibration, Ultraschall oder sanftem Wasserstrahl, Fett abgesaugt haben, überwiegt heutzutage die unterstützte Fettabsaugung, bei der am häufigsten die Vibrationstechnik angewendet wird. Während es bei der manuellen Fettabsaugung schnell zu Verletzungen des Gewebes, darunter auch von Nerven und Gefäßen, kommen kann, gehen Patienten bei der Liposuktion mit der Vibrationstechnik ein deutlich geringeres Risiko ein.
Für den behandelnden Arzt ist die Handhabung der vibrierenden Absaugkanüle deutlich einfacher, die Fettabsaugung kann durch dieses Vorgehen besonders schonend ablaufen. Sie dauert, je nach Umfang, etwa einenhalb bis vier Stunden. Die Hautschnitte werden nach dem Eingriff mithilfe feinsten Nahtmaterials verschlossen. Grundsätzlich kann bei einer Liposuktion an mehreren Stellen wie beispielsweise Oberschenkeln, Bauch oder Po Körperfett abgesaugt werden. Allerdings ist die Gesamtmenge während eines Eingriffs auf circa 2,5 Liter begrenzt. Wird zu viel Fettgewebe abgesaugt, wirkt sich das auf den gesamten Stoffwechsel aus und es besteht die Gefahr von Herz-/Kreislaufstörungen. Sollte also die Entfernung von größeren Fettmengen gewünscht sein, sollte die Behandlung auf mehrere Termine verteilt werden.

Das abgesaugte Fett kann, nach einer speziellen Aufbereitung im Anschluss als Füllmaterial für die Aufpolsterung von Falten an anderen Körperstellen oder zu Ausgleich von Dellen oder Asymmetrien, beispielsweise in den Brüsten, verwendet werden. Unmittelbar nach der Liposuktion wird das abgesaugte Fett dazu mehrfach gereinigt und gefiltert, bis reinstes Körperfett zurückbleibt  das anschließend an den entsprechenden Stellen über spezielle Kanülen injiziert wird. Für Patienten ergibt sich dadurch eine besonders schonende und natürliche Kombination aus Fettabsaugung und Eigenfetttherapie.

Risiken und Nebenwirkungen

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können gewisse Risiken nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Wird eine Liposuktion jedoch unter Einsatz modernster Verfahren von einem Operateur mit langjähriger Erfahrung durchgeführt, können chirurgische, medizinische und ästhetische Risiken minimiert werden. In einigen Fällen kann es jedoch zur Bildung von Hämatomen und Schwellungen, die durch das Absaugen der Fettzellen und die Kanülen hervorgerufen werden, kommen. Diese klingen in der Regel jedoch nach einigen Tagen wieder ab. Auch ein leichter Wundschmerz ist in den ersten Tagen normal und lässt sich bei Bedarf gut mit schmerzstillenden Medikamenten behandeln.

Nachsorge

Direkt nach dem Eingriff erhalten Patienten für die behandelten Areale spezielle Kompressionswäsche. Zusätzlich werden trockene Tücher untergelegt, um die anfangs herauslaufende Tumeszenzflüssigkeit aufzufangen. Die Gabe von schmerzstillenden Medikamenten sind auf Wunsch des Patienten möglich. Das Tragen der Kompressionswäsche ist für ungefähr drei bis sechs Wochen nach dem Eingriff notwendig.
In den ersten Tagen nach dem Eingriff sollten die Wundnäht nicht nass werden, duschen mit Duschpflaster ist allerdings möglich.  Vollbäder sollten jedoch für einige Wochen vermieden werden.
Auch auf Sport sollte je nach Art und Ausmaß der Liposuktion für die ersten Wochen nach der Operation verzichtet werden. Normale einfache körperliche Betätigungen sind jedoch ohne Einschränkungen möglich. Nach ein bis zwei Wochen findet die erste Nachuntersuchung (inklusive Entfernen der Fäden) statt.

Die während der Fettabsaugung vorgenommenen Hautschnitte verblassen im Laufe der Zeit verblassen und sind bereits nach einigen Monaten kaum noch zu erkennen. Eine weitere kosmetische Kontrolle folgt nach drei bis vier Monaten, da nach dieser Zeit der Punkt der maximalen Hautschrumpfung eintritt. 

Das endgültige Ergebnis lässt sich in den meisten Fällen nach drei bis sechs Monaten beurteilen. Die Zeit zwischen der 3. Woche und dem 3. Monat nach der Operation ist jedoch mit gewissen Einschränkungen verbunden. So zeigt sich in diesem Zeitraum noch kein positiver Effekt auf der Waage, da das abgesaugte Fettgewebe durch Wasser und Narben zunächst ersetzt wird. Die behandelten Regionen fühlen sich in der Anfangszeit zudem noch etwas hart an.
Auch Sensibilitätsveränderungen können nach dem Eingriff auftreten, normalisieren sich jedoch meist in den ersten Monaten.

Eine Fettabsaugung ist keine Alternative für einen gesunden und aktiven Lebensstil. Auch nach einer Fettabsaugung kann es zu einer erneuten Gewichtszunahme und damit zu vermehrten Ansammlungen von Fettgewebe kommen. Bei stabilem Körpergewicht und wenn es mit einer Ernährungsumstellung sowie regelmäßiger sportlicher Betätigung (z.B. Joggen oder Schwimmen) kombiniert wird, bringt das Fettabsaugen langfristig ein zufriedenstellendes Ergebnis, da die abgesaugten Fettzellen nicht neu nachgebildet werden. 

Bei Patienten die unter einer Fettverteilungsstörung, dem sogenannten Lipödem, leiden, kann die Behandlung wiederholt werden. In der Regel ist eine Wiederholung einer Fettabsaugung bei einem gesunden Patienten, der ausreichend Bewegung betreibt und sich gesund ernährt, jedoch nicht erforderlich.

Fettwegspritze und Kryolipolyse

Neben dem operativen Verfahren zur Fettabsaugung stehen im Bereich der Ästhetischen Medizin auch non-invasive Methoden zur Fettreduzierung bzw. -modellierung zur Verfügung.

Bei der Fettwegspritze wird der Wirkstoff Phosphatidylcholin, auch als Lecithin bekannt, mit extrem feinen Nadeln durch die Haut direkt in das zu behandelnde Fettgewebe gespritzt. Hierdurch werden vorhandene Fettzellen gelöst, über das Lymphsystem abtransportiert und schließlich auf natürliche Weise ausgeschieden. Der Vorteil hierbei ist, dass der Patient  für diese Behandlung keinerlei Betäubung oder gar Narkose benötigt und danach sofort wieder fit und gesellschaftsfähig ist. Die Ergebnisse einer Behandlung mit der sogenannten Fettwegspritze sind jedoch nicht mit den Ergebnissen einer individuell geplanten Fettabsaugung zu vergleichen. 

Die Kryolipolyse ist ein innovatives Verfahren zur dauerhaften Verringerung von Fettzellen, bei der der Körper selbst den Abtransport der störenden Fettzellen übernimmt, und zwar nach kurzfristiger lokaler Kühlung der Haut auf +4 °C, Das funktioniert deshalb, weil Körperzellen unterschiedlich auf niedrige Temperaturen reagieren: Während Haut- und Bindegewebszellen die Kühlung klaglos über sich ergehen lassen, "kristallisieren" Fettzellen durch die anhaltende Kühlung und sterben schließlich ab. Das erlaubt es dem Lymphsystem des Körpers, diese Fettzellen in den nächsten Wochen aus den behandelten Bereichen abzutransportieren und aufzulösen. Die Kryolipolyse erfolgt mit einem speziellen Gerät, an dem sich sogenannte Applikatoren mit unterschiedliche großen Aufsätzen befinden. Diese werden auf die zu behandelnde Körperpartie aufgesetzt; ein Tuch schützt die umgebende Haut. Dann wird ein leichtes Vakuum angelegt, sodass Haut vom Applikator angesogen wird. An dieser Stelle erfolgt nun die Abkühlung. Weil die Fettzellen über das Lymphsystem abgebaut werden, ist die Wirkung nicht sofort sichtbar - in der Regel offenbart sich das vollständige Behandlungsergebnis nach etwa zwei bis vier Monaten.

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