Gynäkomastie-Behandlung

Die Gynäkomastie ist ein gutartiges Wachstum der Brustdrüse beim Mann. 30 % bis 40 % der Männer in mittleren Lebensjahren sind davon betroffen. Weder Sport noch die richtige Ernährung können dabei helfen sie zu reduzieren. Bei Betroffenen führt dies häufig zu einem starken Leidensdruck.

Die Gynäkomastie ist abzugrenzen von der sogenannten Pseudo-Gynäkomastie, welche bei starkem Übergewicht allein durch die vermehrte Bildung von Fettgewebe im Bereich der Brust entsteht.
Im Gegensatz zur echten Gynäkomastie handelt es sich dabei nämlich um eine Fetteinlagerung im Brustbereich, wohingegen bei der "echten" Gynäkomastie eine Vermehrung des Brustdrüsengewebes zu Grunde liegt. Eine Gynäkomastie ist nicht immer krankhaft, sondern kann auch ganz natürlich in bestimmten Lebensphasen bei Jungen oder Männern auftreten.

Symptomatik

Gynäkomastie ist eigentlich ein Symptom, keine eigenständige Krankheit. Der Auslöser dafür muss gefunden werden, um eine passende Therapie entwickeln zu können. Gynäkomastie kann durch die Größenzunahme einer oder beider Brustdrüsen in Erscheinung treten, ohne sonstige Beschwerden auszulösen. Je nach Ursache der Gynäkomastie kann sie jedoch auch zu weiteren subjektiven Beschwerden führen, zum Beispiel zu einem Spannungsgefühl in den Brüsten, einer Bewegungseinschränkung oder einer besonderen Berührungsempfindlichkeit der Brustwarzen.

Ursachen und Krankheitsverlauf

Eine sogenannte physiologische Gynäkomastie entsteht durch ein verändertes Gleichgewicht zwischen weiblichen Geschlechtshormonen (Östrogenen) und dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron. Der Anteil an dem weiblichen Botenstoff, der in geringer Menge auch beim Mann immer im Körper vorkommt, nimmt dabei zu. Das Brustdrüsengewebe reagiert sehr sensibel auf solche Veränderungen. Solche Hormonschwankungen sind jedoch nicht immer auf krankhafte Prozesse zurückzuführen, sie können auch in bestimmten Lebensabschnitten auch natürlicherweise auftreten: 

Circa 90 % aller männlichen Neugeborenen haben in den ersten Wochen einen kleinen Brustansatz (Neugeborenen-Gynäkomastie), der allerdings nach wenigen Wochen bis Monaten wieder verschwindet. Der Grund dafür liegt darin, dass männliche Babys während der Schwangerschaft sowie in den ersten Wochen ihres Lebens in Kontakt mit weiblichen Hormonen der Mutter kommen. Östrogen wird durch die Plazenta sowie die Muttermilch an das Kind weitergegeben. Die Leber des Kindes kann dieses Hormon in den ersten Lebenswochen noch nicht so effizient abbauen, sodass das Östrogen anfangs noch einen größeren Einfluss auf die Entwicklung des Kindes hat und es zu einer leichten Brustbildung kommen kann.

Ebenso kommt es während der Pubertät bei circa 40 % aller Jungen zu einem Brustwachstum, der sogenannten Pubertäts-Gynäkomastie. Auch hier ist eine veränderte Balance der Sexualhormone verantwortlich. Im Zuge der Veränderungen des Hormonhaushalts in der Pubertät kommt es vor, dass vermehrt auch weibliche Sexualhormone gebildet werden. Die Pubertäts-Gynäkomastie bildet sich in aller Regel bis zum 20. Lebensjahr selbstständig zurück. Bleibt sie bestehen, kann das Drüsengewebe chirurgisch entfernt werden. Da Fettgewebe bei der Umwandlung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron zu weiblichem Östrogen eine Rolle spielt, kommt die Pubertäts-Gynäkomastie bei übergewichtigen Jugendlichen häufiger vor.

Im Alter nimmt der Körperanteil an Fettgewebe zu und die Produktion von Testosteron nimmt ab. Das Enzym Aromatase, welches im Fettgewebe besonders reichlich vorkommt, wandelt Testosteron zu Östrogen um. Beide Effekte gemeinsam können ebenfalls dazu führen, dass das Brustdrüsengewebe zu wachsen beginnt. In diesem Fall handelt es sich um eine sogenannte  Alters-Gynäkomastie. Auch diese Form des Brustwachstums wird durch Übergewicht häufig begünstigt.

Eine echte Gynäkomastie liegt vor, wenn das Brustwachstum auf einen krankhaften Prozess im Körper zurückzuführen ist, der wiederum Auslöser für hormonelle Veränderungen ist. Hier kommt ein breites Spektrum vielfältiger Ursachen infrage. Einige davon sind erbliche Veranlagung, chronische Erkrankungen der Schilddrüse, Leber oder Nieren. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann den Hormonstoffwechsel empfindlich beeinflussen – z. B. Antibiotika, Antidepressiva oder auch manche Herzmedikamente.

Selten entpuppt sich die Gynäkomastie als bösartige Wucherung. Warnzeichen kann eine Gynäkomastie in Form einer Schwellung oder eines Knotens der Brust auf einer Seite sein. Die Betroffenen sollten dies ernst nehmen und sich umgehend an einen Spezialisten wenden. 

Diagnose

Bei der physiologischen Gynäkomastie in der Pubertät ist in der Regel keine weitere Diagnostik nötig. In allen anderen Fällen empfehlen sich, sofern Medikamente oder andere Substanzen als Auslöser ausscheiden, je nach Verdachtsdiagnose labormedizinische (unter anderem ein Hormonstatus) und bildgebende Untersuchungen der Brüste, eventuell auch der Leber, Nieren und Hoden an. Die Brüste können zunächst sonografisch, mit Ultraschall (Mamma-Sonografie), gut untersucht werden. Bei einseitiger Gynäkomastie kommt ergänzend eine Mammografie, eventuell auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) in Betracht. Bei Tumorverdacht ist in der Regel auch eine Gewebeentnahme (Biopsie) aus der Brust nötig. 

Eine offensichtlich zugrunde liegende Adipositas ist ohne weitere apparative Untersuchungen erkennbar. 

Behandlung und Therapie

Aus medizinischer Sicht ist eine vergrößerte Männerbrust nicht bedenklich und müsste (außer bei einem Tumorverdacht) nicht zwingend operativ entfernt werden. Die psychische Belastung für die Betroffenen ist jedoch nicht zu unterschätzen. Gerade für sportlich aktive Männer, die auf ihr Äußeres achten, stellt eine weiche, vergrößerte Brust mehr als nur einen kleinen Makel dar. Ein operativer Eingriff kann ihnen helfen, ihr Selbstbewusstsein zurückzugewinnen.

Im Falle einer Pseudo-Gynäkomastie ist es ratsam, zunächst eine ursächliche Therapie durchzuführen, indem mittels einer Reduktion der Kalorienzufuhr und ausreichend sportlicher Betätigung die Ursachen für den Fettüberschuss reduziert werden. 

Operation

Vor dem operativen Eingriff werden in einem ausführlichen Beratungsgespräch die Wünsche des Patienten und ihre Umsetzbarkeit thematisiert. Auch über Verlauf und Risiken des Eingriffs wird genau aufgeklärt.
Eine gründliche Erhebung der Krankengeschichte geht der Ursache für das Brustwachstum auf den Grund – danach richten sich Vorgehensweise und Art der Behandlung.
Handelt es sich um durch Übergewicht bedingte Fetteinlagerungen, ist eine Fettabsaugung (Liposuktion) mithilfe spezieller Kanülen das Mittel der Wahl. Liegt ein übermäßiges Wachstum des Brustgewebes zugrunde, wird das überschüssige Gewebe in einem operativen Eingriff entfernt. Dazu werden kleine Schnitte am Rand der Brustwarze gesetzt. Anschließend kann das Drüsengewebe gezielt reduziert werden. Mitunter ist auch eine Kombination aus beiden Methoden zielführend für ein gutes Ergebnis.

Je nach Ausgangslage und Wunsch des Patienten kann der Eingriff mit lokaler Betäubung, im Dämmerschlaf oder unter Vollnarkose durchgeführt werden. Die Operationsdauer hängt primär vom Behandlungsumfang ab, in der Regel ist jedoch mit etwa einer Stunde zu rechnen.
In den meisten Fällen wird die Gynäkomastie-Korrektur ambulant durchgeführt, sodass Patienten nach dem Eingriff nach Hause gehen können.

Das Ziel des Eingriffs ist nicht nur ein natürlich wirkendes Ergebnis – auch Sensibilitätsstörungen der Brustwarzen gilt es zu vermeiden. Deshalb sollte der Eingriff in den Händen eines Facharztes für Plastisch-Ästhetische Chirurgie liegen, der umfassende Operationserfahrung auf diesem Gebiet mitbringt. Nach erfolgreicher Operation wird ein schützender Brustverband sowie Kompressionswäsche angelegt. 

Es ist empfehlenswert, vor dem Eingriff für etwa 14 Tage weitmöglichst auf Nikotin zu verzichten um die Wundheilung bestmöglich zu unterstützen. Ebenso sollte in diesem Zeitraum die Einnahme von Schmerzmitteln, wie zum Beispiel Aspirin, vermieden werden, deren Inhaltsstoffe die Blutgerinnung beeinträchtigen können. Sollten Patienten andere Medikamente zu sich nehmen, so ist auch dies im Vorfeld mit dem behandelnden Facharzt zu besprechen.

Risiken und Nebenwirkungen

Wie alle Operationen birgt auch die chirurgische Korrektur der vergrößerten männlichen Brust gewisse Risiken. Minimieren lassen sich diese durch die Wahl eines geeigneten Arztes, der über langjährige Erfahrung in der Behandlung und operativen Korrektur der Gynäkomastie verfügt.
Allgemeine OP-Risiken, wie eine verzögerte Wundheilung oder Infektionen, sind nicht völlig auszuschließen, jedoch gut zu vermeiden. Darüber hinaus besteht auch das Risiko, dass das Resultat der Operation den Patienten ästhetisch nicht befriedigt. So können durch die Operation besonders bei wenig erfahrenen Chirurgen Asymmetrien der Brust auftreten, weshalb die Wahl des richtigen Arztes besonders wichtig ist. Da der notwendige Hautschnitt meist innerhalb oder rund um die Brustwarze gesetzt wird, sind in der Regel später kaum Narben sichtbar. Nur bei sehr ausgeprägten Befunden, in denen auch überschüssige Haut entfernt werden muss, bedarf es einer großzügigeren Schnittführung und damit resultieren auch feine Narben auf der äußeren Haut.

Zudem ist es möglich, dass sich die Brust nach der Operation beispielsweise durch neue übermäßige Gewichtszunahme wieder vergrößert.

Nachsorge

Nach dem Eingriff sollte der Patient circa eine Woche Zeit einplanen, um sich zu erholen. Ein körperlich anstrengender Beruf sollte frühestens nach zwei bis drei Wochen wieder aufgenommen werden. In den ersten Tagen nach der Gynäkomastie-Korrektur ist die Brust geschwollen und meist sehr sensibel: kühlende Auflagen helfen, die Schwellung zu lindern. Drainagen, die vor dem Vernähen der Wunde eingesetzt wurden, um das Wundsekret ablaufen zu lassen, werden in den ersten Tagen entfernt. Etwa 14 Tage nach dem Eingriff werden die Fäden gezogen. 

Mindestens sechs Wochen lang sollte auf Sport verzichtet werden, um die Wundheilung nach der Gynäkomastie-Behandlung nicht zu stören. In dieser Zeit ist es auch erforderlich, einen Kompressionsmieder zu tragen. Direkte Sonnenbestrahlung sollte ein halbes Jahr lang gemieden werden. In einigen Fällen kann es im Zuge des Heilungsprozesses zu einer vorübergehenden Sensibilitätsstörung kommen.

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