Krampfadern

Unschöne hervortretende blaue Adern, die sich meist über die gesamten Beine erstrecken, werden von Frauen als auch Männern als sehr kosmetisch störend empfunden.

Übersicht

Neben der ästhetischen Einschränkung, die Krampfadern mit sich bringen, so sind sie auch ein gesundheitliches Problem, das unbedingt Behandlung beim Facharzt erfordert.

Unter Krampfadern (Varizen) versteht man krankhaft erweiterte Venen, die meist an den Beinen auftreten. Sie liegen dicht unter der Hautoberfläche und zeigen sich als bläulich verfärbte angeschwollene Adern, die prall mit Blut gefüllt sind. Die gestauten Blutgefäße schlängeln sich als einzelne hervortretende Venen über das Bein, bilden Knoten oder netzartige Verflechtungen. Doch Krampfadern beschränken sich nicht auf die Beine – sie können auch in der Speiseröhre oder, im Rahmen einer Schwangerschaft, an den Schamlippen auftreten. Frauen tragen auch ein dreimal höheres Risiko, an einer Venenschwäche zu erkranken. Bei den meisten Menschen treten Krampfadern erstmalig zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr auf. 

Ursachen

Ausschlaggebend für die Bildung von Krampfadern ist eine angeborene Bindegewebsschwäche in Kombination mit begünstigenden Faktoren wie Sitz- oder Stehberufen. Dazu zählen auch Bewegungsmangel bzw. Tätigkeiten, bei denen hohe Lasten getragen werden müssen.

Optisch sind die großen Venen geschlängelt und knotenförmig wahrnehmbar. Sie befinden sich entweder unter der Haut oder in den tiefen Leitvenen, die von Muskeln umgeben sind. Da die Muskelfasern in der dünnen Venenwand abgebaut und durch schwächeres Bindematerial ersetzt werden, ist die Vene bei Ausdehnung nicht mehr so flexibel. 

Die Venenklappen passen sich infolge nicht an die Erweiterung der Vene an und verlieren so ihre Funktion. In der Folge kommt es zum Rückstau von Blut und Gewebematerial in den Beinvenen. Die Venenwand kann sich ab einem gewissen Flüssigkeitsvolumen nicht mehr weiter ausdehnen – dies führt zu einer schlängelnden, knotenartigen Veränderung der Vene.

Krampfadern lassen sich in primäre und sekundäre Varizen unterteilen. Unter primären Varizen werden alle zusammengefasst, die eine unspezifische Ursache haben. Sie machen rund 95 % aller Fälle von Varikosis aus. Hier spielen vor allem Risikofaktoren wie die bereits erwähnte genetisch bedingte Bindegewebsschwäche, Übergewicht, Bewegungsmangel, hormonelle Veränderungen und Rauchen eine Rolle. Sekundäre Varizen entstehen dagegen durch erworbene Abflussbehinderungen des Blutes in den Beinvenen, wie zum Beispiel durch eine Beinvenenthrombose.

Erscheinungsformen

Krampfadern haben verschiedene Erscheinungsformen, die sich je nach betroffenen Venen und Zonen unterscheiden. Bei den sogenannten Stammvenen- und Seitenast-Varizen handelt es sich um Krampfadern der mittelgroßen und großen Venen. Diese Art der Varikosis kommt am häufigsten vor und tritt meistens an der Innenseite der Ober- und Unterschenkel auf.

Die oberflächlichen Venen sind über Verbindungskreisläufe mit den tiefen Beinvenen verbunden. Wenn sich diese Verbindungsvenen ausdehnen und aussacken, spricht man von Perforans-Varizen.

Als retikuläre Varizen werden sehr kleine Krampfadern der Beine bezeichnet. Sie finden sich vor allem an der Außenseite der Ober- und Unterschenkel und in der Kniekehle.

Ösophagus-Varizen (Krampfadern der Speiseröhre) sind weitaus seltener als die Varikosis der Beine. Diese Krampfadern sind an der Speiseröhre nur durch eine dünne Schleimhautschicht bedeckt. Die Ösophagus-Varizen können daher leichter bluten und zu lebensgefährlichen Komplikationen führen. Die Varikosis der Speiseröhre wird in der Regel durch Schädigungen des Leberkreislaufs bei einer Leberzirrhose verursacht.

Symptome

Krampfadern können in einigen Fällen schmerzlos auftreten. Jedoch wird das deutlich sichtbare Erscheinungsbild in der subjektiven Wahrnehmung von vielen Betroffenen als sehr störend empfunden.

Durch den Flüssigkeitsstau kommt es oft zum Gefühl von schweren Beinen. Dieses unangenehme Spannungsgefühl in der Wade taucht besonders nach längerem Sitzen oder Stehen auf. Hier hilft oft schon ein Spaziergang, um die Beschwerden wieder zu lindern. Auch Schwellungen der Beine, rund um den Knöchel, sind ein Zeichen für eine Venenerkrankung. Nachts können Wadenkrämpfe auftreten, die häufig mit starken Schmerzen verbunden sind. Die schlechte Durchblutung führt ebenso dazu, dass die Haut an diesen Stellen nicht mit den richtigen Nährstoffen versorgt wird. Dies kann durch unangenehmen Juckreiz in diesem Bereich deutlich werden. 

Je nach Schwere der Erkrankung und des Stadiums, kann es auch zu schmerzhaften Entzündungen der Venen kommen. Aufgrund der schlechten Versorgung von Gewebe und Haut erkennt man Braunverfärbungen an diesen Stellen, hauptsächlich im Bereich von Knöchel und Unterschenkel.

Spätestens hier ist größte Vorsicht geboten. Sollten nicht die richtigen Behandlungen angewendet werden, oder gar noch schlimmer, kein Arzt konsultiert worden sein, kann dies zu erheblichen Verschlimmerungen führen. Oft ist ein Unterschenkelgeschwür die Folge (das sogenannte „offene Bein“). Dies ist sehr schmerzhaft und der Heilungsprozess kann sich über viele Jahre hinziehen.

Behandlungsablauf

Das Ziel der Behandlung von Krampfadern ist es, den Blutfluss der Venen zu verbessern und so einem Blutstau entgegenzuwirken. Das umliegende Gewebe soll gestützt werden, um Wasseransammlungen im Gewebe zu verhindern. Je besser der venöse Blutfluss funktioniert, desto geringer ist das Risiko für eventuelle Durchblutungsstörungen, Thrombosen, Geschwüre oder offene Beine.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Krampfadern-Behandlung. Welcher Behandlungsweg sich individuell am besten eignet, hängt unter anderem von der Art der Krampfadern und dem Stadium der Erkrankung ab. Varizen sind oftmals harmlos. Daher ist es nicht immer notwendig, die Krampfadern entfernen zu lassen. Die Entscheidung für oder gegen eine operative Krampfadern-Behandlung richtet sich vor allem nach eventuellen Begleiterkrankungen und dem persönlichen Leidensdruck.

Konservative Maßnahmen

Mit konservativen (nicht-invasiven) Maßnahmen lassen sich Krampfadern zwar nicht entfernen, wohl aber die Beschwerden lindern und ihrer weiteren Ausbreitung vorbeugen. Zur Verfügung stehen physikalische Therapiemethoden wie Kneippanwendungen, kalte Unterschenkelgüsse oder Wassertreten, die Kompressionstherapie sowie Medikamente.

Invasive Maßnahmen

Um die Krampfadern entfernen zu können, ist ein ärztlicher Eingriff erforderlich. Notwendig wird dies, wenn die betroffenen Venen durch die Stauung stark ausgesackt sind und nicht mehr richtig funktionieren. Der Facharzt für Phlebologie wird die Venen zunächst mittels Ultraschalluntersuchung oder Gefäßröntgen untersuchen und dann entscheiden, welches Verfahren zum Krampfadern-Entfernen im Einzelfall am besten geeignet ist. Wichtig dafür ist zum Beispiel, inwieweit das tiefe Venensystem ebenfalls mitbetroffen ist oder ob nur die oberflächlichen Venen verändert sind.

Verödung (Sklerosierung)

Will man die Krampfadern veröden, wird eine künstliche und örtlich begrenzte Entzündung der Venenwände hervorgerufen. Der Arzt injiziert dazu ein Verödungsmittel in das Venennetz, wodurch die Venenwände verkleben und vernarben. Das Verödungsmittel kann dabei je nach Größe und Ausweitung der Gefäße als Flüssigkeit oder als Schaum verabreicht werden. Anschließend sollten die Patienten in der Regel für einige Tage Kompressionsstrümpfe tragen. Um mit dieser Methode erfolgreich Krampfadern veröden zu können, sind meist mehrere Sitzungen notwendig. Die Genesung findet jedoch deutlich früher statt als bei der klassischen großen Venen-Operation, dem Stripping. 

Laser- oder Radiowellentherapie

Ein weiterer Behandlungsansatz besteht darin, die Krampfadern lasern zu lassen. Der Eingriff wird in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Der behandelnde Phlebologe macht einen kleinen Schnitt im Bein und führt eine feine Lasersonde in die betroffene Krampfader – meist unter Ultraschallkontrolle. Der Laser erhitzt die Krampfadern, die sich daraufhin verschließen. Sie werden im Anschluss selbstständig vom Körper abgebaut. Patienten tragen nach der Laserbehandlung meist für etwa vier Wochen Kompressionsstrümpfe, um das Risiko für Schwellungen und der Bildung von Blutgerinnseln entgegenzuwirken. 

Ganz ähnlich wie die Lasertherapie funktioniert auch die Radiowellentherapie. Dabei führt der Arzt statt der Lasersonde eine Radiowellensonde per Katheter in die erkrankte Vene ein. Sie leitet Radiowellen auf die Gefäßinnenwände, die die erkrankte Vene erhitzen und so ebenfalls zu einem Verschluss dieser führen.

Das Krampfadern-Entfernen mittels Laser oder Radiowellen liefert besonders bei gerade verlaufenden, nicht so stark ausgeprägten Varizen sehr gute Ergebnisse.

Varizen-OP

Es gibt verschiedene minimal-invasive Operationsmethoden, mit denen Ärzte Krampfadern operieren können: Man kann sich die Krampfadern „ziehen“ lassen, also sie teilweise oder komplett entfernen (Teilstripping/Stripping). Aber auch mittels CHIVA-Methode und Externer Valvuloplastie (EVP) lassen sich Krampfadern entfernen. Die Eingriffe dauern je nach Methode zwischen 30 und 60 Minuten und können ambulant durchgeführt werden. In der Regel bleiben bei diesen OP-Methoden kaum Narben zurück.

Venenstripping

Während das Stripping bis vor einigen Jahren die gängigste Behandlungsmethode von krankhaft erweiterten Krampfadern war, so wird diese Behandlungsmethode von Venenspezialisten nur noch in Ausnahmefällen angewandt. Auch das vollständige Entfernen einer Krampfader gilt heute als überholt. 

Sofern durch moderne Behandlungsmethoden keine Besserung der Venensituation zu erwarten ist, kann mithilfe einer Stripping-Operation besonders stark veränderte Venenabschnitte entfernen. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant und meist unter örtlicher Betäubung. Dabei wird eine Sonde vom behandelnden Facharzt in die betroffene Vene eingeschoben und die Venenwand am Beginn und Ende des zu entfernenden Venenabschnittes durchstochen. Der Teil der Vene wird anschließend durchtrennt und herausgezogen. In besonders schweren Ausnahmefällen kann auch die gesamte veränderte Vene entfernt werden.

Eine Variante dieses Stripping-Verfahrens ist die Kältetherapie (Kryo-Methode). Das Strippingmanöver erfolgt dabei mithilfe einer Kältesonde, an der die Krampfader stark abgekühlt wird und sich dann leicht entfernen lässt. 

Im Anschluss an den Eingriff sollten die Patienten etwa vier Wochen lang Kompressionsstrümpfe tragen, um eine Schwellung und die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. Fast immer treten nach einer Stripping-Operation kleinere Blutergüsse auf, die sich aber bald zurückbilden. Das Stripping erfordert vergleichsweise eine lange Heilungszeit, die Beschwerden werden durch diese Methode aber recht zuverlässig behoben.

CHIVA-Methode

Eine venenerhaltende Möglichkeit zur Behandlung von Krampfadern behandeln können, ist die sogenannte CHIVA-Methode. Der Arzt untersucht zunächst die Venen per Ultraschall und bindet die krankhaft veränderten Venenabschnitte in einem kleinen chirurgischen Eingriff ab. Daraufhin bilden sich diese mit der Zeit meist von alleine zurück. Die Patienten sollen anschließend für vier bis fünf Wochen Kompressionsstrümpfe tragen, um die Rückbildung zu beschleunigen. Erst nach zwei bis sechs Wochen zeigt sich, ob die Operation erfolgreich war und sich die Krampfadern auf ihren ursprünglichen Durchmesser zurückgebildet haben. In einigen Fällen ist ein zweiter Eingriff nötig, um noch an anderen Stellen Venen zu unterbinden. Bei jedem zehnten Patienten kommt es nach dem Eingriff zu einer vorübergehenden Venenentzündung, die mit Medikamenten behandelt werden muss. Bei stark ausgeprägten Krampfadern ist die CHIVA-Methode zudem nicht zu empfehlen.

Externe Valvuloplastie (EVP)

Die Externe Valvuloplastie (EVP) macht die Venenklappen wieder funktionsfähig. Der Arzt verengt dabei die große Vene der Leiste, indem er unter örtlicher Betäubung einen kleinen Hautschnitt macht und eine kleine Polyester-Manschette um die große Vene einnäht. Wie ein innerer Kompressionsstrumpf drückt die gummiartige Hülle die erweiterte Vene wieder enger zusammen, sodass die Venenklappen wieder schließen und ihre Ventilfunktion wahrnehmen können. Das Verfahren eignet sich bei sehr leicht ausgeprägten Krampfadern und bietet wie die CHIVA-Methode den Vorteil, dass die erkrankte Vene erhalten bleibt. Auch ist die Regenerationszeit nach diesem Eingriff relativ kurz.

Risiken 

Das Krampfadern-Entfernen stellt in der Regel nur einen kleinen chirurgischen Eingriff dar. Dennoch können anschließend Nachblutungen und Schwellungen der Beine durch die Ansammlung von Lymphflüssigkeit auftreten. Die Patienten sollten daher nach dem Krampfadern-Entfernen die Beine bandagiert bekommen oder Kompressionsstrümpfe tragen. Zudem wird den Patienten geraten, die Beine nach Möglichkeit hochzulegen, um den Blutfluss zu fördern.

Nachsorge

Nach der Operation erhält der Patient einen individuell angepassten Kompressionsstrumpf. Dieser muss vier bis sechs Wochen getragen werden, da er die Gefäße stabilisiert, Blutergüsse verhindert und vor Thrombosen schützt. Ebenfalls für vier bis sechs Wochen muss auf intensive Sonnenbestrahlung der Haut, auch im Solarium, verzichtet werden. Auch sportliche Aktivitäten sind in der ersten Zeit nach der Operation nicht zu empfehlen. Waschen und Duschen sind erlaubt.

Ergebnis

Nach erfolgreicher Behandlung der Krampfadern sind diese an der behandelten Stelle beseitigt. Der Körper baut sie im Anschluss selbstständig ab. Eine Neigung für Krampfadern bleibt allerdings meist auch nach einer operativen Entfernung bestehen, weshalb die Patienten die Empfehlungen zur Vorbeugung von Krampfadern berücksichtigen sollten. Eine Ausnahme bilden in der Regel die in einer Schwangerschaft entstandenen Varizen: Bei bis zu 80 % der jungen Mütter ziehen sich die Krampfadern nach der Entbindung wieder zurück, sofern keine anderen Risikofaktoren vorliegen.

Vorbeugung

Im Berufsalltag sollte man darauf achten, nicht nur Tätigkeiten auszuüben, die überwiegend im Stehen oder Sitzen auszuführen sind. Durch das Tragen von Wadenkompressionsstrümpfen wird Druck auf die Venen ausgeübt und die Transportfähigkeit der Venen maßgeblich unterstützt. Frauen können ebenso darauf achten, flache Schuhen zu tragen. Spezielle Venen-Gymnastik, regelmäßige sportliche Betätigungen wie Radfahren oder Schwimmen sind gute Hilfsmaßnahmen, um einer vorzeitigen Erkrankung der Venen vorzubeugen. Durch die Aktivierung der Beinvenenpumpe kann man einem Rückfluss des Blutes in die Beine entgegenwirken. Allerdings lässt sich durch diese vorbeugenden Maßnahmen die Entstehung von Varizen nicht dauerhaft verhindern.

Folgende Ärzte bieten die Behandlung von Krampfandern an

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