Kryolipolyse

Unerwünschte Fettdepots an Oberschenkeln, Hüfte oder Bauch führen häufig zu einem Leidensdruck. Überschüssiges Fettgewebe lässt sich durch körperliches Training oder eine Reduktion des Körpergewichts jedoch nur selten gezielt bekämpfen. Der Wunsch nach einer Behandlung zur Fettreduktion ist deshalb ein beliebter Eingriff. Mithilfe von Cool Freeze bzw. Kryolipolyse kann eine entsprechende Maßnahme ohne chirurgische Hauteinschnitte erfolgen.

Eine schlanke und wohl proportionierte Körpersilhouette gilt in unserer heutigen Gesellschaft als Schönheitsideal. Daher empfinden viele Menschen Fettpölsterchen, die sich hartnäckig in persönlichen Problemzonen halten und weder durch Diäten noch durch Sport effektiv zu bekämpfen sind, als störend. Daher tritt bei den Betroffenen oft der Wunsch nach einer ärztlich durchgeführten Fettreduktion auf. Mithilfe der Kryolipolyse, auch bekannt als Cool Freeze oder Cool Sculpting, kann eine entsprechende Maßnahme ganz ohne chirurgische Hauteinschnitte erfolgen.

Wie funktioniert die Kryolipolyse?

Die Kryolipolyse ist ein innovatives Verfahren zur dauerhaften Verringerung von Fettzellen, bei der der Körper selbst den Abtransport der störenden Fettzellen übernimmt, und zwar nach kurzfristiger lokaler Kühlung der Haut auf ca. 4 °C. Das funktioniert deshalb, weil Körperzellen unterschiedlich auf niedrige Temperaturen reagieren: Während Haut- und Bindegewebszellen die Kühlung klaglos über sich ergehen lassen, "kristallisieren" Fettzellen durch die anhaltende Kühlung und sterben schließlich ab. Das erlaubt es dem Lymphsystem des Körpers, diese Fettzellen in den nächsten Wochen aus den behandelten Bereichen abzutransportieren und Fettpölsterchen somit aufzulösen. 

Die Kryolipolyse kann für eine Fettreduktion an den verschiedensten Körperstellen eingesetzt werden, zum Beispiel am Bauch, an der Hüfte, am Po, an den Oberschenkeln oder den Oberarmen. Bei individueller medizinischer Unbedenklichkeit lassen sich durch Cool Freeze außerdem auch Problemzonen wie Knie oder Kinn von ungeliebten Fettdepots befreien. 

Das Verfahren eignet sich für die Behandlung von hartnäckigen Fettdepots, die weder durch eine Diät, noch durch gezieltes sportliches Training reduziert werden können. Neben einem gezielten Fettabbau kann eine Kryolipolyse auch eine Straffung von Unterhautfettgewebe bewirken. Eine primäre Gewichtsreduktion von übergewichtsbedingtem Fettgewebe kann damit jedoch nicht erreicht werden. Das Verfahren ist somit gedacht für normalgewichtige Personen mit moderaten Fettpölsterchen, die als persönliche Problemzonen wahrgenommen werden. 

Patienten mit Gefäßentzündungen, Hautkrankheiten (Nesselsucht, Wunden, Hautinfektionen) im Behandlungsareal oder Lebererkrankungen sowie Frauen während einer Schwangerschaft sind für die Behandlung ebenfalls nicht geeignet. 

Behandlungsablauf

Vor der Kryolipolyse

In einem ausführlichen Beratungsgespräch informiert der behandelnde Arzt den Patienten individuell über Verhaltensmaßnahmen, die in der Zeit vor einer Kryolipolyse beherzigt werden sollten. Entsprechende Maßnahmen tragen zu einer komplikationsfreien und nachhaltigen Behandlung bei. So ist es zum Beispiel wichtig (sofern medizinisch vertretbar), vor der Behandlung für ca. 7 Tage auf die Einnahme von Arzneimitteln mit blutverdünnender Wirkung (Acetylsalicylsäure wie ASS® und Aspirin®, Marcumar®, Plavix® etc.) zu verzichten. Wird die Einnahme blutverdünnender Medikamente vor einer Kryolipolyse nicht unterbrochen, steigt das Risiko von Blutungen und folgenden Blutergüssen.

Im Vorfeld der Behandlung sollte der Arzt den Patienten auch umfassend über Möglichkeiten und Grenzen der Behandlungsmethode aufklären. Um die Fettpolster punktgenau und gezielt angehen zu können, steht dann eine genaue Analyse der Fettdepots an. Die zu behandelnden Körperregionen werden dafür genau markiert. 

Ablauf der Kryolipolyse

Die Behandlung nimmt ca. 30 – 60 Minuten pro Sitzung in Anspruch. Sie ist schmerzfrei und kann daher auf jegliche Betäubung verzichten. Bevor das Kryolipolyse-Gerät auf das zu behandelnde Hautareal aufgesetzt wird, wird ein Gel-Flies aufgegelegt, das diese Hautzone wirksam vor der Kälteeinwirkung schützt. Mit dem Auflegen des Applikators beginnt die eigentliche Behandlung. Das Gerät erzeugt – ähnlich wie eine Saugglocke – ein leichtes Vakuum. Dadurch wird das Fettgewebe im markierten Hautareal etwas angehoben. Nun kühlt der Applikator das Fettgewebe kontrolliert und schrittweise  herunter, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Das Fett in den Zellen kristallisiert aus und die Zellmembranen werden in der Folge dauerhaft zerstört. Die geschädigten Zellen senden Botenstoffe an den Organismus aus und der Körper beginnt, die zerstörten Fettzellen nach und nach abzubauen. Das Lymphsystem transportiert die Zellen mittels natürlicher Stoffwechselprozesse in die Leber ab, wo sie verarbeitet und vollständig eliminiert werden. 

Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, wird der Applikator entfernt. Es folgt eine kräftige Massage der Region, um den Abbau der kristallisierten Zellen zu beschleunigen. 

Die durch das Kryolipolyse-Verfahren abgestorbenen Fettzellen werden nicht mehr aufgebaut, sie scheiden aus dem Zellverband aus. Die Reduktion der Fettzellen ist damit dauerhaft. Cool Freeze ist jedoch keine Methode, die Fettpolster in einer Sitzung beseitigt. Die Dicke des Fettgewebes in einer ausgewählten Körperregion kann in einer Sitzung um jeweils 20 – 40 % reduziert werden.

Die Behandlung kann jedoch bei Bedarf mehrere Male wiederholt werden, jedoch frühestens nach vier Wochen. Je nach individuellem Therapieplan können aber auch am selben Tag weitere Körperregionen behandelt werden.

Bei der Kryolipolyse handelt es sich, im Gegensatz zur Fettabsaugung (Liposuktion), um einen nicht invasiven Eingriff, bei dem umliegendes Gewebe, Haut, Nerven und Muskeln unangetastet bleiben. Auch kommt es unter der Haut zu keinerlei Narbenbildung. Die Kryolipolyse ist gut für die Beseitigung kleinerer Problemzonen geeignet, die Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode ist jedoch nicht mit der der Fettabsaugung zu vergleichen. Bei großflächigen Fettansammlungen lässt sich ein invasiver Eingriff in der Regel nicht vermeiden. 

Nachsorge

Das Kryolipolyse-Verfahren hat sich mittlerweile weltweit etabliert und gilt als extrem sicher. Manchmal kommt es nach der Behandlung zu leichten Schmerzen, Juckreiz, Kribbeln, Berührungsempfindlichkeit oder zu einem Spannungsgefühl, was jedoch nur vorübergehender Natur ist. Der behandelte Bereich kann sich zudem nach der Behandlung eine Zeit lang taub anfühlen. Zu Beginn nimmt der Betroffene dies wie einen stärkeren Muskelkater wahr. Manchmal können auch Schwellungen und blaue Flecken auftreten. In der Regel müssen keine Schmerztabletten eingenommen werden. Falls dies notwendig sein sollte, kann Paracetamol helfen. Bestimmte Schmerzmittel, wie zum Beispiel Ibuprofen dürfen allerdings nicht eingenommen werden, da der Therapieerfolg dadurch beeinträchtigt werden kann.

Der Patient ist in der Regel sofort wieder gesellschaftsfähig und kann unmittelbar zur Arbeit gehen oder Sport treiben. 

Falls die Behandlung in den Sommermonaten durchgeführt wird, ist es hilfreich, das behandelte Areal für einige Zeit keiner starken Sonneneinstrahlung auszusetzen. Genügend Bewegung und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme helfen dabei, den Prozess des Abbaus der Fettzellen voranzutreiben. Ein oder zwei manuelle Lymphdrainagen in den ersten vier Wochen nach der Behandlung verbessern das Ergebnis ebenfalls. Wie lange es dauert, bis das Resultat der Behandlung sichtbar wird, hängt maßgeblich vom individuellen Stoffwechsel ab, denn er sorgt für den schrittweisen Abbau der abgestorbenen Zellen. Im Schnitt zeigen sich erste optische Ergebnisse ca. 4 – 12 Wochen nach Behandlungsabschluss. Dabei sieht das Ergebnis harmonisch aus: Dank der gleichmäßigen Behandlungsfläche wird es in der Regel zu keinerlei Unregelmäßigkeiten kommen.

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