Microneedling

Mit zunehmendem Alter wird die Haut dünner, das Unterhautgewebe erschlafft und es entstehen Fältchen. Das Microneedling, auch Medical Needling oder Rollern genannt, ist eine wirkungsvolle Behandlungsmethode, den körpereigenen Regenerationsprozess zu stimulieren. So kann der Haut jugendliche Frische und Spannkraft zurückgegeben werden.

Diese sehr effektive und wenig invasive Methode hat sich in den letzten Jahren in der ästhetischen Medizin stark etabliert. Sie macht sich den natürlichen Reparaturmechanismus des Gewebes zunutze. Das Prinzip: Durch feinste Nadeln, die senkrecht in die Haut eindringen, werden körpereigene Wachstumsfaktoren an die Hautoberfläche befördert. Dadurch wird die Haut auf ganz natürliche Weise zur Regeneration angeregt und neue kollagene und elastische Fasern gebildet. Diese verleihen der Haut neue Spannkraft und Elastizität und verjüngen damit das Hautbild. 

Für wen eignet sich das Microneedling?

Die Anwendungsgebiete von Microneedling sind sehr vielseitig und beschränken sich nicht auf die Faltenreduzierung. Die Behandlung ist ebenso effektiv bei der Straffung von erschlafften Hautpartien an Oberarmen und Beinen, aber auch im Gesicht. Zudem können mit dem Microneedling beachtliche Erfolge bei der Behandlung von Cellulite an Oberschenkeln und Po erzielt werden. Auch Pigmentstörungen und Schwangerschaftsstreifen sowie Narben verschiedenen Ursprungs lassen sich damit erfolgreich behandeln. Aknenarben sprechen besonders gut auf das Needling an. Die unerwünschten Hautveränderungen werden unauffälliger und passen sich dem natürlichen Hautton an. Auch sonnengeschädigte Altershaut profitiert von diesem Verfahren.

Behandlungsablauf

Vor der Behandlung

Eine Microneedling-Behandlung ist grundsätzlich für jeden Hauttyp und in jedem Alter geeignet. Es ist allerdings zu beachten, dass eine reifere und sonnengeschädigte Haut eine zeitintensivere Behandlung erfordert als jugendliche Haut. 

Vor der Behandlung wird der Patient in einem ausführlichen Beratungsgespräch über alle Therapieoptionen sowie mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt. Der „Ist-Zustand“ wird anhand von Fotos dokumentiert und die therapeutischen Ziele für jeden Patienten individuell festgelegt.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt ambulant. Aufgrund der feinen Nadeln, die bei dieser Behandlungsmethode verwendet werden, ist die Behandlung besonders komfortabel. Für sehr sensible Personen oder für besonders sensible Hautbereiche, wie beispielsweise die Mundpartie, kann eine lokalbetäubende Salbe angewandt werden. Bei Bedarf kann aber auch eine Betäubungsspritze in die betroffenen Regionen injiziert werden, dann spürt der Patient die Behandlung überhaupt nicht. Wenn größere Regionen (zum Beispiel Gesicht und Körper) behandelt werden, ist jedoch ein Dämmerschlaf empfehlenswert.

Mithilfe des Dermarollers werden nun die zu behandelnden Areale vier- bis fünfmal in zwei verschiedenen Richtungen behandelt. Die Eindringtiefe der Nadeln kann während der Behandlung manuell eingestellt werden und richtet sich nach dem jeweiligen Hautareal sowie dem gewünschten Effekt. Wenn minimale Punktblutungen auftreten, erkennt der behandelnde Arzt, dass die Stelle ausreichend behandelt wurde und wechselt zum nächsten Areal. Abschließend werden die behandelten Stellen so lange mit feuchten Kompressen gereinigt, bis die kleinsten Blutungen versiegt sind. Um Irritationen wie Rötungen und Schwellungen zu minimieren, kann bei Bedarf zur Beruhigung der Haut noch eine auf den Hauttyp und Hautzustand abgestimmte Maske aufgetragen werden. 

Der Eingriff dauert je nach Behandlungsfläche zwischen 30 und 60 Minuten. Direkt nach der Behandlung kann der Patient die Praxis wieder verlassen und ist bereits am nächsten Tag wieder gesellschaftsfähig.

Microneedling mit Skinboostern

Zur Verstärkung des verjüngenden Effektes beim Microneedling ist es möglich, während der Behandlung mit dem Dermaroller flüssige Hyaluronsäure (als sogenannten Skinbooster) mit in die Haut einzuarbeiten.

Mit dem Skinbooster werden die körpereigenen Feuchtigkeitsdepots aufgefüllt und das Microneedling führt zu einer Strukturverbesserung der Haut, da neue elastische und kollagene Fasern gebildet werden. Dadurch wird der Haut zu einem frischeren und jugendlicheren Hautbild mit mehr Elastizität und Spannkraft verholfen.
Zudem können nach der Behandlung individuell auf den Patienten abgestimmte dermatokosmetische Wirkstoffkonzentrate (zum Beispiel spezielle Vitamin-Präparate, wie Vitamin A) in die Haut einmassiert werden. Diese können über die winzigen Mikroverletzungen tiefer in die Haut eindringen und so ihre Wirkung besser entfalten. Dadurch werden in der Haut viele Stoffwechselprozesse angeregt, wodurch die Bildung von kollagenen Fasern zusätzlich unterstützt wird. 

Nebenwirkungen

Werden Hygienevorschriften strikt eingehalten und entsprechende Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt, reduzieren sich Risiken auf ein absolutes Minimum. Anfängliche Rötungen verschwinden innerhalb weniger Tage. Bei Menschen, die bereits Herpes hatten, kann die Behandlung zur Reaktivierung einer Herpesinfektion beitragen. Hier ist es ratsam, im Vorfeld eine entsprechende Herpesprophylaxe durchzuführen. Patienten, die blutverdünnende Mittel einnehmen, sollten zunächst Rücksprache mit ihrem Arzt nehmen. Liegen durch Viren oder Bakterien verursachte Hautinfektionen oder Akne vor, ist von einer Behandlung abzuraten.

Im Gegensatz zu abtragenden Verfahren wie Dermabrasionen, Peelings oder Laserbehandlungen wird durch das Microneedling die Haut gestärkt und nicht in ihrer Dicke reduziert. Ein Vorteil gegenüber anderen Behandlungsmethoden besteht auch darin, dass der Patient schneller wieder gesellschaftsfähig ist, da keine oberflächliche Verletzung der Haut erfolgt. 

Dermaroller für den Hausgebrauch

Nicht empfehlenswert, da auch nur wenig erfolgversprechend, ist die häusliche Anwendung kosmetischer Roller, die unsteril im Internet zum häuslichen Gebrauch erhältlich sind.

Für das Medical Needling werden je nach Hautzone und gewünschtem Behandlungseffekt Micronadeln mit einer Länge von 1 – 3 mm verwendet, die in tiefe Hautschichten an die kollagenfaserproduzierenden Zellen herankommen. Dadurch wird eine viel längere Haltbarkeit des medizinischen Ergebnisses erreicht. Frei verkäufliche Dermaroller enthalten jedoch nur Nadeln mit einer Länge von 0,15 - 0,25 mm. Deshalb verbleibt die Wirkung dieser Roller für den Hausgebrauch nur auf der obersten Hautschicht und wirkt so nur ähnlich wie ein Massagegerät oder Kosmetika. Auch die Infektionsgefahr ist bei Dermarollern für Zuhause nicht außer Acht zu lassen. Selbst bei bester Pflege und hygienischer Handhabung können diese Roller nicht vollkommen steril gehalten werden. Darüber hinaus stumpfen die Nadeln mit jeder Anwendung deutlich ab. Unschöne Entzündungen, sichtbare Verletzungen an der Haut und sogar bleibende Narben können die Folge sein. 

Bei einer Micro-Needling-Behandlung in einer medizinischen Praxis werden stets neue Artikel verwendet, die vollkommen steril zum Einsatz kommen und nach der Behandlung entsorgt werden. 

Ergebnis

Der hautverbessernde Effekt nach dem Microneedling ist ein sich über Wochen bis Monate entwickelnder Prozess. Erste Erfolge sind jedoch auch schon unmittelbar nach der ersten Behandlung sichtbar. Das Verfahren sollte dreimal in einem Abstand von vier Wochen wiederholt werden. Mit jeder weiteren Sitzung und fortschreitendem Regenerationsprozess verbessert sich das Hautbild zusehends und manifestiert sich in einer vitalen, straffen und gepflegten Haut. 

Natürlich muss beachtet werden, dass der natürliche Alterungsprozess der Haut fortschreitet und sich nach einiger Zeit neue Fältchen bilden werden. Die Behandlung kann allerdings, je nach Bedarf, beliebig oft wiederholt werden. Für ein langanhaltendes Ergebnis ist es empfehlenswert, die Behandlung ungefähr einmal jährlich zu wiederholen.

Um den hautverjüngenden Effekt zusätzlich zu unterstützen, ist nach einem Microneedling die Verwendung von retinolhaltigen Kosmetika zu empfehlen. Dadurch werden die körpereigenen Stoffwechselprozesse weiter gefördert und das Ergebnis optimal unterstützt. Behandelnde Ärzte informieren ihre Patienten in der Regel umfassend zur richtigen Pflege der Haut. 

Nachsorge

Bei sehr empfindlicheroder gereizter Haut können unmittelbar nach der Behandlung Rötungen oder Schwellungen auftreten, die mit Camouflage oder Puder abgedeckt werden dürfen. Hämatome treten eher selten auf.

Am Behandlungstag selbst sollte auf Sport und Saunabesuche verzichtet werden. In den ersten Tagen nach der Behandlung sollten zudem keine hautreizenden Cremesoder Seren (z. B . Aknesalben, Fruchtsäure-Cremes, Anti-Aging-Präparate) verwendet werden, bis die oben genannten Begleiterscheinungen abgeklungen sind. Besonders in den folgenden Wochen ist außerdem auf konsequenten Lichtschutz in Form von Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor zu achten und von Solarienbesuchen abzusehen.

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