Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronische Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, die in Schüben verläuft. Sie kann vom Mund bis hin zum After jeden Abschnitt des Verdauungstraktes betreffen, jedoch zeigen sich die Entzündungen am häufigsten am Ende des Dünndarms oder am oberen Abschnitt des Dickdarms.

Die Entzündung tritt dabei typischerweise segmental auf, das heißt, neben erkrankten Abschnitten des Darmes finden sich gleichzeitig auch völlig gesunde Bereiche.

Die Bezeichnung Morbus Crohn geht auf den US-amerikanischen Gastroenterologen Burril B. Crohn zurück. Aktuell leiden in Deutschland circa 150.000 Menschen an Morbus Crohn und die Zahl der Neuerkrankungen steigt stetig. Dabei sind häufig Menschen im Alter zwischen 15 und 35 Jahren, aber auch Kinder sowie ältere Menschen ab einem Lebensalter von 60 Jahren betroffen, Männer ebenso häufig wie Frauen. Neben Colitis ulcerosa ist Morbus Crohn somit die häufigste chronisch-entzündliche Darmerkrankung.

Ursachen

Bis heute konnte leider noch nicht mit Sicherheit geklärt werden, was die Ursache von Morbus Crohn ist. Da in einzelnen Familienverbänden die Krankheit gehäuft auftritt, gehen Wissenschaftler und Mediziner jedoch davon aus, dass genetische Faktoren den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Rund die Hälfte aller Morbus-Crohn-Patienten weist darüber hinaus Veränderungen in einem bestimmten Gen auf, das auf dem Chromosom 16 im menschlichen Erbgut lokalisiert ist. 

Die drastische Zunahme von Morbus Crohn in bestimmten Regionen der Erde (vor allem in zivilisierten und industrialisierten Ländern) während der letzten 40 Jahre lässt zudem vermuten, dass veränderte Ernährungsgewohnheiten bei der Entstehung der Erkrankung eine Rolle spielen könnten. Vor allem industriell gefertigte Nahrungsmittel – etwa raffinierte Kohlenhydrate und gehärtete Fette – stehen dabei unter Verdacht. Endgültige Beweise für einen derartigen Zusammenhang gibt es jedoch bislang nicht.

Ein weiterer Risikofaktor, der den Ausbruch von Morbus Crohn begünstigen kann, ist das Rauchen. Eine Statistik zeigt, dass Raucher meist doppelt so häufig an der Krankheit Morbus Crohn leiden. 

Dabei erhöht das Rauchen nicht nur das Risiko, an Morbus Crohn zu erkranken. Es begünstigt auch einen ausgeprägteren Verlauf der Krankheit: Die Entzündung bricht häufiger erneut aus. Dass sich die Gefahr eines erneuten Schubs halbieren lässt, wenn Patienten auf das Rauchen verzichten, ist ebenfalls erwiesen. 

Zudem können anhaltender Stress, psychische Belastungen und Depressionen den Ausbruch der ohnehin drohenden Krankheit begünstigen oder auch bei bereits Erkrankten häufiger Schübe oder auch verschlimmerte Symptome hervorrufen. 

Symptome und Komplikationen

Da Morbus Crohn eine chronische Erkrankung ist, die immer wieder und in Schüben auftritt, durchlaufen Betroffene Zeiten und Phasen, in denen die Beschwerden und Symptome der Krankheit gehäuft auftreten, aber auch solche, in denen sie völlig beschwerdefrei sind. Zwar können die Symptome sowie auch die Intensität und Häufigkeit der Schübe variieren, doch heilbar ist diese Krankheit nicht. Studien zeigen, dass die Erkrankung bei 30 bis 60 % der Crohn-Patienten innerhalb eines Jahres erneut ausbricht. Bezogen auf zwei Jahre leiden sogar 40 bis 70 % der Betroffenen erneut unter der entzündlichen Darmkrankheit. Jedoch können die auftretenden Symptome behandelt und gelindert werden. Auch ist es möglich, die Anzahl der Schübe zu reduzieren bzw. einen erneuten Schub hinauszuzögern.

Die bei Morbus Crohn am häufigsten auftretenden Symptome sind lang anhaltende, wässrige Durchfälle und heftige, krampfartige Bauchschmerzen. Bei den Bauchschmerzen konzentriert sich der Schmerz dabei meist auf den rechten Unterbauch. Das liegt daran, dass sich hier die am häufigsten befallenen Bereiche des Darms befinden – das Ende des Dünndarms sowie der obere Abschnitt des Dickdarms.

Begleitet werden diese Hauptsymptome oft auch von allgemeinem Unwohlsein, Schwäche, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Problemen mit Leber und Galle sowie Fieber. Diese Symptome sind typisch zu Beginn der Krankheit, können aber auch in jedem neuen Schub begleitend auftreten. Durch die Durchfälle und die verminderte Fähigkeit des Körpers, genug Nahrung aufzunehmen, kann es zudem zu Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit kommen. Bei Kindern und Jugendlichen können weitere Symptome auftreten, wie ein verlangsamtes Wachstum, Müdigkeit und Blässe sowie ein späterer Eintritt in die Geschlechtsreife. 

Besteht die Krankheit bereits seit Jahren, kann es zu Komplikationen im Magen-Darm-Bereich kommen. Die immer wiederkehrenden Entzündungen sorgen oft für eine dauerhafte Schädigung der Schleimhäute und der Magenwände. Eitrige Abszesse, Fisteln oder auch Fissuren können die Folge und somit ebenfalls ein Symptom der Krankheit sein. Auch Engstellen, sogenannte Stenosen, können im Krankheitsverlauf auftreten. Oft verursachen diese Stenosen auch Darmverschlüsse. Viele dieser Komplikationen rund um das Krankheitsbild Morbus Crohn müssen operativ behandelt werden.

Diagnose

Morbus Crohn ist eine Krankheit, die in jedem Fall ernstzunehmen ist. Treten die Beschwerden gehäuft und wiederkehrend auf, sollten Betroffene zeitnah einen Gastroenterologen oder Proktologen kontaktieren. 

Es ist wichtig, dass der Entzündung während eines Krankheitsschubs entgegengewirkt wird, da die betroffenen Stellen im Darm oder auch in den anderen Gebieten des Verdauungstraktes sonst stark geschädigt werden. Fisteln, Abszesse und Darmverschlüsse können die ersten Folgen sein, die schlimmstenfalls auch zum Tode führen können. Zudem ist der Darm ein wichtiges Organ für die menschliche Abwehr. Wird bei Erkrankungen wie Morbus Crohn nicht behandelt, so wirkt sich das auf den gesamten Organismus und das Immunsystem aus. 

Der Facharzt nimmt für die Diagnose verschiedene Untersuchungen vor. Neben einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten zur Vorgeschichte werden Blutdruck, Puls und Körpertemperatur gemessen. Darüber hinaus spielt auch die Messung der Körpergröße und des Körpergewichts eine Rolle, um im späteren Verlauf einen möglichen Gewichtsverlust feststellen zu können. Zu den erforderlichen gehören  zudem eine Blutentnahme, die Untersuchung des Stuhls und eine Darmspiegelung. Zusätzlich kommt meist der Ultraschall zum Einsatz. Mit einem Ultraschallgerät kann der Magen-Darm-Spezialist überprüfen, ob die Darmwand verdickt ist. Dies ist bei Morbus Crohn häufig der Fall. Da die Krankheit den gesamten Verdauungstrakt betreffen kann, wird unter Umständen auch eine Magenspiegelung nötig, ebenso wie die Magnetresonanztomografie (MRT).

Therapie

Ziel der Therapie ist in erster Linie die Linderung der Symptome, die Behandlung akuter Entzündungsschübe und die Verringerung der Anzahl akuter Schübe.

Der genaue Behandlungsplan hängt unter anderem von den Symptomen und der Intensität des jeweiligen Schubes ab. Meist werden während eines Schubes Kortison oder ähnliche Entzündungshemmer verabreicht. 

Kortisonpräparate eignen sich zur Behandlung von akuten Schüben, da diese die Aktivität des Immunsystems eindämmen. Sie zählen deshalb mit zu den wichtigsten Präparaten bei der Behandlung von Morbus Crohn. Aufgrund zahlreicher unerwünschter Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Bluthochdruck, einer erhöhten Infektanfälligkeit sowie Osteoporose, eignen sich diese Medikamente jedoch, vor allem in hoher Dosierung, nur zur kurzzeitigen Anwendung.

Ist die Gabe von Kortison oder von anderen entzündungshemmenden Medikamenten nicht ausreichend, so können zusätzlich sogenannte Immunsuppressiva verabreicht werden, die das Immunsystem etwas herabsetzen, sodass der Körper weniger gegen sich selbst arbeiten kann.  Diese Präparate eignen sich zur Dauertherapie, um das Aufflammen neuer Entzündungsschübe zu verhindern und die Remissionsphasen möglichst lange auszudehnen.

Da durch den anhaltenden Durchfall viele Vitamine und Mineralstoffe verloren gehen, müssen auch diese oft in Form von Tabletten oder auch intravenös zugeführt werden. Kommt es in sehr kleinen Abständen immer wieder zu Schüben, werden oft auch dauerhaft Medikamente verabreicht, die einen Schub verhindern oder zumindest aufschieben sollen.  

Bei vielen an Morbus Crohn Erkrankten zeigt die Behandlung mit Medikamenten gute Erfolge. Dennoch kommt es vor, dass sie nicht den gewünschten Erfolg zeigt oder Komplikationen wie zum Beispiel Darmverengungen oder ein Darmverschluss auftreten. Dann muss ein operativer Eingriff erfolgen. So werden zum Beispiel Stenosen in einem bestimmten Operationsverfahren (Strikturoplastik) beseitigt. Dabei wird mit einem Längsschnitt die Darmstenose aufgeschnitten, die Vernähung der Darmwand erfolgt jedoch quer, um so die Darmenge zu erweitern. Auf diese Weise ist eine normale Stuhlpassage möglich und es muss kein Darm entfernt werden.

Ebenso kann ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung von Fisteln erfolgen. Abszesse werden häufig mit Hilfe von Drainagen behandelt, wobei nach Abklingen der Symptome die Ursache operativ entfernt wird.

Leben mit Morbus Crohn

Für Personen, die an Morbus Crohn erkrankt sind, spielt die Ernährung eine zentrale Rolle. Der Darm und der Verdauungstrakt sollten dabei so wenig wie möglich mit Lebensmitteln belastet werden, die dem Körper nicht gut tun. Hier reagiert jedoch jeder Kranke anders, deshalb ist es sinnvoll, einen individuellen Ernährungsplan in enger Zusammenarbeit mit einem Ernährungsmediziner zu erstellen. Eine ausgewogene und im individuellen Fall geeignete Ernährung kann sich positiv auf das körperliche Allgemeinbefinden auswirken und die körpereigenen Regenerationsprozesse des Körpers unterstützen. Das ist wichtig, da Morbus Crohn in schwereren Krankheitsphasen häufig mit Appetitlosigkeit, allgemeinem Unwohlsein oder Müdigkeit einhergeht und sich Betroffene oft wie erschlagen und antriebslos fühlen. Besonders in diesen Zeiten ist eine gute Ernährung wichtig, denn dem Körper werden wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Mineralien, aber auch Eiweiße und Fette entzogen. 

Während der akuten Phasen leiden viele Patienten unter schlimmen Durchfällen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist daher entscheidend, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Stilles Wasser, Tees oder auch milde Saftschorlen werden meist gut vertragen und füllen den Flüssigkeitshaushalt auf.

Da die Durchfälle während eines akuten Schubes des Weiteren zu einer mangelhaften Ernährungssituation führen, ist es umso wichtiger, auf eine kalorienreiche Ernährung zu achten.

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