Nagelpilz

Bei Nagelpilz handelt es sich um eine Infektion, die häufig lange unerkannt bleibt. Auffallende Symptome wie Juckreiz oder wunde Hautbereiche, wie sie beim Fußpilz auftreten, gibt es bei der Nagelmykose nicht. Unschöne gelbe Verfärbungen am Nagelrand sowie aufgeraute Bereiche sind jedoch typisch für Nagelpilz. Von einer Infektion sind oft ältere Menschen betroffen, etwa jeder zweite ab dem 50. Lebensjahr ist betroffen. Aber auch immer mehr junge Menschen leiden unter der Pilzinfektion.

Nagelpilz ist eine Pilzinfektion der Nägel. Sie wird in den meisten Fällen durch Fadenpilze, kann aber auch seltener durch Hefe- oder Schimmelpilze verursacht werden. Von einer Infektion sind circa 20 % der Bevölkerung betroffen. Ab dem 65. Lebensjahr leidet nahezu jeder zweite unter von Nagelpilz befallenen, unschönen und ungepflegt wirkenden Nägeln. Aber auch immer mehr junge Menschen leiden unter der Pilzinfektion.
Nagelpilz tritt meist im Bereich der Fußnägel auf, aber auch Fingernägel können in ausgeprägten Fällen in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Infektion entsteht durch eine übermäßige Besiedlung von Pilzerregern im Bereich des Nagelbetts und der Zehenzwischenräume.

Ursachen

Nagelpilz ist sehr häufig Folge einer Fußpilzerkrankung, welche sich auf die Nägel ausweitet, kann aber auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden (gemeinsames Tragen von Kleidungsstücken). Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr überall da, wo Menschen barfuß gehen. In erster Linie sind Schwimmbäder, Gemeinschafts-Duschräume und öffentliche Saunen durch die feuchte Umgebung betroffen. In lange getragenen oder zu engen Schuhen wachsen die Fadenpilze ebenso gut, da das feuchte Milieu ihr Wachstum beschleunigt. Häufig sind auch häufig getragene Sportschuhe für die Entstehung von Nagelpilz verantwortlich.

In Fällen von Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Durchblutungsstörungen steigt die Infektionsgefahr durch die zusätzliche Schwächung des Immunsystems. 

Symptome und Krankheitsverlauf

Bei Nagelpilz handelt es sich um eine Infektion, die häufig lange unerkannt bleibt. Auffallende Symptome wie Juckreiz oder wunde Hautbereiche, wie sie beim Fußpilz auftreten, gibt es beim Nagelpilz nicht. 

Zu Beginn der Erkrankung bilden sich gelbliche oder bräunliche Verfärbungen auf den Nägeln. Meist beginnen diese Symptome an der Seite des Nagels und breiten sich über Wochen und Monate immer weiter aus. Je nach Art des Pilzes können die Flecken auch weißlich oder gräulich gefärbt sein. Bis auf die Flecken wirkt der Nagel in diesem Stadium der Erkrankung gesund und fest.
Je stärker sich der Nagelpilz ausbreitet, desto deutlicher werden die Symptome. Bei fortschreitender Infektion hebt sich die Nagelplatte vom Nagelbett ab, es kommt leicht zu eingewachsenen Nägeln.

Die Dicke des Nagels nimmt zu. In diesem Stadium der Infektion mit einem Nagelpilz gehören Schmerzen zu den typischen Symptomen. Der Schuh drückt auf die verdickten Nägel, das Laufen wird für Betroffene häufig sehr unangenehm.
Auch die Struktur des befallenen Nagels verändert sich: Wenn die Nagelpilz-Symptome sehr weit fortgeschritten sind, wird die Nagelplatte weich und bröckelig. Der zerstörte Nagel bröckelt und blättert von der Spitze her bis in das Nagelbett ab.

Diese Symptome rufen bei vielen Betroffenen ein ausgeprägtes Schamgefühl und eine Beeinträchtigung des Selbstbewusstseins hervor. Von Außenstehenden werden pilzbefallene Nägel häufig zu Unrecht als Zeichen für einen Mangel an Körperhygiene verstanden. Allerdings ist Nagelpilz nicht ein Zeichen für mangelnde Körperpflege, sondern eine durch Pilze hervorgerufene infektiöse Hauterkrankung. Unbehandelter Nagelpilz kann, vor allem bei immungeschwächten Menschen, zu einem durchaus gefährlichen Krankheitsbild führen. Um eine weitere Ausbreitung des Pilzbefalls, mögliche Entzündung oder Ansteckung zu verhindern, sollten Fuß- und Nagelpilz immer fachärztlich behandelt werden.

Diagnose und Therapie

Der behandelnde Hautarzt stellt zunächst fest, welche Erreger beteiligt sind. Er entnimmt Proben von Nagel und Haut, die dann im Labor untersucht werden. Sind unter dem Mikroskop Pilzsporen zu finden, wird im Labor eine Pilzkultur angelegt, um die genaue Gattung der Pilzsporen zu bestimmen. Auf diesem Ergebnis basiert die individuelle Therapie, die auch nach dem Ausmaß der Erkrankung variiert. Man unterscheidet zwischen lokaler, systemischer und lasergestützter Therapie.

Lokale Therapie

Solange lediglich die oberflächlichen Nagelschichten und weniger als die Hälfte des Nagels befallen sind, reicht meist eine lokale Behandlung mit pilzabtötenden (fungiziden) Salben und Nagellacken aus, um die Infektion zu bekämpfen. Der Wirkstoff dringt in die Nagelschicht ein und tötet die Erreger nach und nach ab. Diese Nagellacke und Salben müssen so lange regelmäßig aufgetragen werden, bis sämtliche von Pilz befallenen Teile des Nagels herausgewachsen sind. Die Behandlung ist meist nach sechs Wochen abgeschlossen und der Nagel kann gesund wachsen. Wichtig ist darauf zu achten, dass keine Neu-Infektion, beispielsweise durch Sportschuhe oä. stattfindet.

Systemische Therapie

Sind die Pilze bereits tiefer in den Nagel vorgedrungen, wird auch der nachwachsende Nagel immer wieder von neuem infiziert. Dann ist eine äußerliche Behandlung unzureichend und eine Behandlung mit Tabletten oder Kapseln (sogenannte Antimyotika) wird erforderlich, die der Betroffene insgesamt meist über drei bis sechs Wochen einnehmen muss.
Die Auswahl des geeigneten Präparates trifft der Arzt anhand der Ergebnisse der Pilzkultur. Ist die Art des Pilzes nicht genau bekannt, können sogenannte Breitspektrum-Antimykotika gewählt werden, welche sich gegen viele verschiedene Pilzsorten zugleich richten. Der pilztötende Wirkstoff erreicht die Nägel dann über die Blutbahn und lagert sich in die Nagelmatrix ein.
Die Rückfallquote ist jedoch bei einer rein systemischen Behandlung sehr hoch. 

Kombinationstherapie

Bis die Wirkstoffe durch die Nagelschichten gedrungen sind und die Pilzsporen abtöten können, dauert es seine Zeit, denn zwischen den Nagelschichten liegen luftgefüllte Hohlräume. Darin können Pilzsporen viele Wochen, Monate und sogar Jahre überleben. An sie kommt kein Medikament heran – weder von außen, noch von innen. Um diese zu durchbrechen, gibt es Salben, die zusätzlich zur äußerlichen und innerlichen Therapie auf den Nagel aufgetragen werden. Sie enthalten Kalium jodatum oder Harnstoff in relativ hohen Konzentrationen und sind damit in der Lage, die oberen Nagelschichten aufzulösen. Dadurch können einerseits die Wirkstoffe besser und schneller in die darunter liegenden Nagelschichten eindringen. Andererseits wird damit ein Teil der luftgefüllten Hohlräume, in denen die Pilzsporen sitzen, freigelegt. So können auch diese abgetötet werden. Eine Alternative zu solchen Salben kann es sein, sich vom Arzt die befallenen Nagelschichten mit einer Art kleiner Fräse entfernen zu lassen.

Die Antipilzmittel müssen bei Nagelpilz regelmäßig und vor allem lange genug angewendet werden – bis die Nägel gesund nachgewachsen sind. Mit drei Monaten Therapie muss man bei einer Tabletteneinnahme rechnen. 

Lasertherapie

Sowohl systemische, als auch lokale Behandlungen führen jedoch oftmals nicht zum Erfolg. Das hohe Nebenwirkungsrisiko einer systemischen Langzeittherapie steht einer Erfolgsrate von 35-76 % gegenüber. In vielen Fällen muss die Therapie auch vorzeitig aufgrund von Nebenwirkungen abgebrochen werden. Auch lokale antimykotische Therapien erbringen häufig nicht die gewünschte Abheilung.

Vielversprechender ist bei einem starken Pilzbefall die Lasertherapie, die jedoch in Deutschland nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Unabhängige Studien zu diesem Verfahren liegen bislang zwar nicht vor, der Hersteller spricht jedoch von einer Aufklärung der Nägel nach 6 -12 Wochen bei circa 75 % der Patienten.

Die Laserbehandlung erfolgt ambulant und dauert je nach Befund circa 15- 45 Minuten. Jeder befallene Nagel wird circa 2-3 Minuten mit einem Infrarotlaser behandelt. Die Lichtenergie des Lasers dringt in die betroffenen Nägel ein und inaktiviert die vorhandenen Pilzsporen durch Hitzeeinwirkung, ohne die Nagelstruktur oder das umliegende Gewebe dabei zu verletzen. Während der Behandlung kann es lediglich zu einem leichten Hitzegefühl oder „Kribbelgefühl“ kommen. 

In leichten Fällen kann eine einzige Behandlung ausreichen, häufig werden jedoch 3-4 Sitzungen im Abstand von 2-4 Wochen benötigt. Auf diese Weise kann das Risiko einer erneuten Erkrankung effektiv reduziert werden. Um das Ergebnis dauerhaft zu erhalten, sollte nach circa sechs Monaten eine Laser-Nachbehandlung durchgeführt werden.
Nach erfolgreicher Behandlung wachsen im Laufe der folgenden Monate gesunde und „normal“ geformte Nägel nach. Die Pilzinfektion ist verschwunden und mit ihr auch die Ansteckungsgefahr. 

Das endgültige Ergebnis bzw. der Erfolg der Therapie zeigt sich erst nach einigen Monaten, wenn gesunde Nägel nachwachsen. In diesem Zeitraum sollten regelmäßige Kontrolltermine unbedingt eingehalten werden, um einen möglichen Rückfall rechtzeitig erkennen und die entsprechenden Maßnahmen einleiten zu können.

Nachsorge und Vorbeugung

Damit Patienten sich nicht erneut mit Nagelpilz infizieren, sollten Schuhe, Kleidung, Handtücher und sonstige Textilien umfassend desinfiziert werden. Sind Familienangehörige ebenfalls von Nagelpilz betroffen, so sollten auch diese zeitgleich eine Behandlung in Anspruch nehmen, um die gegenseitige Wiederansteckung zu verhindern. 

Außerdem sollten in öffentlichen Bereichen, wie zum Beispiel in Schwimmbädern oder Umkleidekabinen, Badeschuhe getragen werden. Eine regelmäßige professionelle Fußpflege trägt ebenso zum Behandlungserfolg wie Therapieerhalt bei.

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