Rosacea

Die entzündliche Hauterkrankung Rosacea tritt in der Regel im Gesicht auf. Während sich zu Beginn lediglich eine leichte Rötung des Gesichts bemerkbar macht, so kann Rosaecea im weiteren Verlauf zu unschönen Knötchen, Pusteln oder Gewebewucherungen kommen. Betroffene leiden nicht nur unter unangenehmen Juckreiz, auch das eigene Selbstbewusstsein leidet häufig unter der Erscheinung der Rosacea.

Rosacea ist eine entzündliche, schubweise verlaufende Hauterkrankung. In der Regel verläuft sie chronisch und ist auf dem momentanen Stand der Dermatologie nicht heilbar. Die Erkrankung tritt in erster Linie im Gesicht auf und befällt Stirn, Nase, Kinn und Wangen. Etwa 5 % der Deutschen leiden darunter. Insgesamt ist ihre Häufigkeit bei beiden Geschlechtern etwa gleich – allerdings entwickeln sich die ersten Symptome bei Frauen in der Regel früher. Eine besondere Häufung zeigt sich zudem bei Menschen ab einem Alter von ca. 50 Jahren. Besonders betroffen sind lichtempfindliche und hellhäutige Menschen.  

Symptomatik

Die wichtigsten Symptome der Rosacea sind spontanes Erröten der Gesichtshaut, dauerhafte rote Flecken im Gesicht (sogenannte Erytheme), sichtbare Erweiterungen kleiner Blutgefäße der Haut (Teleangiektasien), Papeln und Pusteln sowie Ansammlungen von Lymphflüssigkeit (Lymphödeme). Zudem kann die Haut bei der Rosacea brennen oder stechend schmerzen. Typischerweise treten die Symptome in Schüben auf, wobei die Hauterkrankung individuelle Ausprägungen Schweregrade zeigen kann. Der Leidensdruck der Betroffenen ist vor allem auch wegen der kosmetischen Einschränkungen sehr groß. 

Ursachen

Gegenwärtig geht die Medizin davon aus, dass die Ausbildung von Rosacea vornehmlich erblich bedingt ist. Zu den Faktoren, die ein Auftreten zusätzlich begünstigen können, zählen zum Beispiel Erkrankungen wie Diabetes sowie eine allgemeine Ausdünnung der oberen Hautschichten. Zu den verstärkenden Faktoren zählen darüber hinaus vermutlich der übermäßige Konsum von Alkohol und koffeinhaltigen Getränken, der Genuss sehr heißer oder scharf gewürzter Speisen, ausgeprägtes Sonnenbaden, starke Temperaturschwankungen, Übergewicht, hormonelle Umstellungen (z.B. in der Schwangerschaft) sowie die Anwendung ungeeigneter Pflegeprodukte.

Krankheitsverlauf

Je nach Ausprägung werden verschiedene Stadien beziehungsweise Subtypen der Rosacea unterschieden, wobei die Stadien nicht zwangsläufig ineinander übergehen. Die Rosacea kann zügig fortschreiten, aber auch in jedem Stadium zum Stillstand kommen. 

Vorstadium:

Zu Beginn der Erkrankung kommt es zu plötzlichen, aber flüchtigen Hautrötungen – oft unter dem Einfluss bestimmter Reize (wie Hitze oder Kälte, scharfe Mahlzeiten, heiße Getränke, Alkohol usw.) oder von Stress. 

Stadium I:

Die sogenannte Couperose ist das erste Stadium der Rosacea. Die Haut ist gerötet und weist deutlich sichtbare, erweiterte Gefäße (Teleangiektasien) auf. Besonders Wangen und Nase sind betroffen. Die Haut brennt oder juckt, manchmal sticht sie auch. Anfangs klingen die Rötungen wieder ab, später bleiben sie dauerhaft bestehen. Die Couperose ist häufigster Subtyp der Rosacea – sie liegt bei rund 70 % der Rosacea-Erkrankungen vor.

Stadium II:

Während des zweiten Stadiums der Erkrankung treten zusätzlich zu den Rötungen und Gefäßerweiterungen einzelne oder gruppierte, entzündliche und gerötete Papeln und Pusteln auf, die tage- bis wochenlang bestehen bleiben. Das Krankheitsbild kann in diesem Stadium auch an Akne erinnern. Ein weiteres Symptom können polsterartige Schwellungen durch Flüssigkeitseinlagerungen sein. Etwa 20 % der von Rosacea Betroffenen leiden unter diesem Subtyp.

Stadium III:

Im dritten Stadium der Rosacea wuchern verstärkt Bindegewebe und Talgdrüsen. Die Haut wird dicker und gröber und es entsteht das Bild unregelmäßiger Hautwucherungen, die man Phyme nennt. Die weitaus häufigste Lokalisation für diese knolligen Wucherungen ist die Nase, die fast ausschließlich bei Männern auftritt und Rhinophym (Knollennase) genannt wird. In schweren Fällen kann sich die Rosacea auch auf die Ohren, den Hals und die Brustregion ausbreiten. Etwa 5 % der von Rosacea Betroffenen leiden unter diesem Subtyp.

Sonderform

Es gibt auch eine Form der Rosacea, bei der die Augen betroffen sind. Diese kommt bei jedem fünften Patienten mit Rosacea vor und kann auch auftreten, bevor sich die ersten Symptome an der Haut zeigen. Neben einer Trockenheit des Auges können verschiedene Augenentzündungen auftreten. So können die Bindehaut, der Lidrand und die Regenbogenhaut entzündet sein. In seltenen Fällen kann es zu einer Hornhautentzündung kommen, die unter Umständen und ohne geeignete Behandlung zur Erblindung führen kann. Aus diesem Grund sind im Falle einer Rosacea-Erkrankung regelmäßige Kontroll-Untersuchungen beim Augenarzt ratsam.

Diagnose

Um die Rosacea zu diagnostizieren, reicht oft schon das typische Erscheinungsbild der Gesichtshaut. Indem der Facharzt für Dermatologie bei der Diagnose die Lebensgewohnheiten in der sogenannten Anamnese erfasst, kann er außerdem ermitteln, welche Faktoren zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes im individuellen Fall führen können. Recht einfach lassen sich Akne und Schuppenflechte von der Rosacea unterscheiden: Im Gegensatz zur Akne bilden sich bei der Rosacea keine Hautunreinheiten (Komedonen). Des Weiteren findet sich bei der Rosacea typischerweise keine Schuppung, wie sie für die Schuppenflechte typisch ist und auch unter Sonneneinstrahlung oder anderen Faktoren, die auf die Rosacea Einfluss haben, verschlechtern sich die Symptome der Schuppenflechte nicht.

Bei ausgeprägten oder unklaren Fällen entnimmt der Hautarzt eine Probebiopsie der Haut, um sie unter dem Mikroskop feingeweblich zu untersuchen. Damit kann er optisch ähnliche Hauterkrankungen ausschließen, etwa die seltenere Schmetterlingsflechte. 

Therapie

Die Rosacea ist bei richtiger Behandlung meist gut zu kontrollieren. Zwar ist die Hautkrankheit nicht heilbar, doch mit geeigneten und konsequent angewendeten Maßnahmen gelingt es aber meist, den Verlauf so günstig zu beeinflussen, dass die Symptome zumindest nur noch gering ausgeprägt und neue Schübe selten sind. Ohne korrekte Behandlung kann sich eine Rosacea jedoch meist schubweise verschlechtern.

Lokale Behandlung

Bei einer leicht ausgeprägten Rosacea hilft eine örtliche Behandlung mit Antibiotika oder anderen entzündungshemmenden Cremes. Bewährt haben sich zum Beispiel Salben mit Metronidazol oder Erythromycin. 

Systemische Behandlung

Zeigt eine lokale Rosacea-Behandlung keinen Erfolg, beziehungsweise handelt es sich um schwerere Fälle, wird zusätzlich systemisch (mit Antibiotika in Tablettenform) behandelt. Dabei kommen zum Beispiel die Wirkstoffe Tetracyclin, Erythromycin oder Minocyclin zum Einsatz.

Laserbehandlung 

Eine Laserbehandlung wirkt effektiv gegen die dauerhaften Rötungen und Gefäßerweiterungen bei einer Rosacea. Die Lasertherapie erzielt eine lokale Blutgefäßverödung durch den Einsatz von Lasersimpulsen. Eine einzelne Sitzung dauert circa 15 Minuten. Je nach Symptomschwere kann eine Lasertherapie bis zu fünf aufeinanderfolgende Behandlungssitzungen im Abstand von 2 bis 4 Wochen umfassen. 

Durch die Lasertherapie kann eine deutliche Verbesserung der Beschwerden (z.B. Überempfindlichkeit) und zudem eine deutliche ästhetische Verbesserung herbeigeführt werden. Auch eine Wiederholung der Lasertherapie ist bei Bedarf möglich. 

Chirurgische Therapie

Außerdem ist es möglich, eine Rosacea chirurgisch zu behandeln, etwa mithilfe einer Dermabrasion oder dem Dermashaving. Diese Methoden kommen vor allem bei Phymen (zum Beispiel Rhinophymen) zum Einsatz. Bei der Dermabrasion wird in Narkose die oberste Hautschicht abgetragen. Ganz ähnlich läuft auch das Dermashaving ab, wobei hier ein Skalpell verwendet wird.

Weitere Verfahren sind die Elektrochirurgie, bei der die Wucherungen mit einer elektrischen Schlinge abgelöst werden, sowie die Kryochirurgie, die mithilfe von flüssigem Stickstoff das überschüssige Gewebe zerstört.

Vorbeugung

Betroffene sollten auf Alkohol weitgehend verzichten, da er gefäßerweiternd wirkt. Auch von heißen Getränken und scharf gewürzten Speisen ist besser abzusehen. Zudem wirken sich hohe Raumtemperaturen sowie heißes Baden, Duschen und Saunabesuche ungünstig auf die Hautkrankheit aus. Bestimmte Medikamente, die hauptsächlich zur Behandlung von Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit und Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden, können die Gesichtsrötungen ebenfalls verstärken. 

Starke Sonneneinstrahlung verschlimmern bei vielen Betroffenen ebenso die Symptome. So ist es ratsam, ausgiebige Sonnenbäder zu meiden und Sonnenschutzmittel mit einer Wirkung gegen UV-A und UV-B zu verwenden. Da der chronischen Sonneneinstrahlung eine wichtige Bedeutung in der Entstehung der Erkrankung zukommt, sollte der Lichtschutz ganzjährig eingehalten werden. Physikalische Lichtschutzfilter wie zum Beispiel Titandioxid oder Zinkoxid werden dabei meist besser vertragen als chemische. 

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