Skoliose

Die Skoliose ist eine relativ seltene Erkrankung der Wirbelsäule – nur rund 1 % der Bevölkerung leidet daran. Für die Betroffenen heißt das, mit einer Krankheit leben zu müssen, die ihr äußeres Erscheinungsbild wesentlich beeinträchtigen kann. Wird die Rückgratverkrümmung rechtzeitig erkannt und behandelt, bestehen gute Aussichten auf eine erfolgreiche Korrektur und damit auf ein ganz normales Leben.

Viele Menschen sind von einer leichten Skoliose (einer Verkrümmung der Wirbelsäule) betroffen, die beschwerdefrei verläuft und somit oft unentdeckt bleibt. Ausgeprägtere Skoliosen führen allerdings nicht selten zu Schmerzen und sichtbaren Fehlhaltungen. Vor allem Skoliosepatienten im Kindes- und Jugendalter sind vom Risiko einer fortschreitenden Symptomschwere betroffen. Um der Symptomatik der Wirbelsäulenverkrümmung erfolgreich entgegenzuwirken und einer Symptomverschlimmerung vorzubeugen, eignet sich eine individuelle Behandlung der Skoliose. 

Was ist eine Skoliose?

Hinter dem medizinischen Begriff der Skoliose verbirgt sich eine dreidimensionale Wirbelsäulenfehlstellung: Während der betroffene Wirbelsäulenbereich eine seitliche Verkrümmung aufweist, sind oft auch einzelne Wirbelkörper des entsprechenden Bereiches verdreht. Die Bezeichnung Skoliose geht auf das altgriechische Wortskolios zurück, das im Deutschen so viel wie krumm bedeutet. Je nach Patient kann sich eine Skoliose in unterschiedlichen Segmenten der Wirbelsäule einstellen – besonders häufig tritt die Fehlstellung aber an der Brustwirbelsäule auf.

Wie wird eine Skoliose verursacht?

Eine Skoliose kann in Abhängigkeit vom einzelnen Patienten durch unterschiedliche Faktoren verursacht werden. In den meisten Fällen (bei ca. 90 % der Betroffenen) kann keine eindeutige Ursache festgestellt werden – in der Medizin wird die Fehlstellung bei unbekannter Ursache auch als sogenannte idiopathische Skoliose bezeichnet. Zu den möglichen Ursachen einer symptomatischen Skoliose (also einer Skoliose mit bekanntem Hintergrund) zählen patientenspezifisch beispielsweise angeborene Wirbelfehlstellungen, Muskelerkrankungen oder vorliegende Beinlängendifferenzen.

Die individuelle Symptomatik einer Skoliose kann in Abhängigkeit von Form, Schwere (Ausprägung des Skoliosewinkels) und Stadium der Wirbelsäulenfehlstellung stark variieren. Je nach vorliegendem Krümmungsmuster kann sich die Skoliose beispielsweise durch einen sichtbaren C-förmigen oder S-förmigen Verlauf der Wirbelsäule äußern. Auch Symptome wie Hüft- und Schulterschiefstände können auf eine vorliegende Skoliose hindeuten. Nicht immer ist die Skoliose für Betroffene mit schmerzhaften Beschwerden verbunden – vor allem in frühen Stadien und/oder bei geringer Ausprägung wird die Fehlstellung daher nicht selten zufällig diagnostiziert. Schmerzhafte Skoliosen äußern sich oft durch Beschwerden in Bereichen wie Rücken, Nacken und Knien.

Wie verläuft eine Skoliose?

Die Fehlstellung der Wirbelsäule beginnt häufig bereits im Lebensalter von ca. 3 – 11 Jahren. Symptomatische Verschlechterungen treten vornehmlich im Zuge natürlicher menschlicher Wachstumsschübe (wie etwa während der Pubertät) auf. Je später eine Skoliose bei Betroffenen beginnt, desto kleiner ist daher auch das Risiko zunehmender Wirbelsäulenverkrümmungen. In seltenen Fällen können sich stärker ausgeprägte Skoliosen bei fehlender Behandlung auch bei ausgewachsenen Patienten weiterhin verschlimmern. Eine solche Verschlimmerung kann beispielsweise die Folge von Abnutzungserscheinungen an Wirbelkörpern und Bandscheiben sein. Sehr schwere Wirbelsäulenfehlstellungen können im Verlauf zudem zu Beeinträchtigungen innerer Organen führen.

Muss eine Skoliose behandelt werden?

Ob eine Skoliose eine Behandlung erfordert, sollte immer einzelfallspezifisch mit dem behandelnden Facharzt besprochen werden. Zu den Faktoren, die in eine entsprechende Entscheidung einfließen, zählen beispielsweise Ausprägung und Ursache der Wirbelsäulenfehlstellung sowie Lebensalter des Patienten.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Liegt bei einem erwachsenen Patienten beispielsweise eine leichte Skoliose (also eine Fehlstellung mit einem Skoliosewinkel von unter 10°) vor, so kann häufig von einer Behandlung abgesehen werden. Bei Kindern vor der Pubertät können präventive medizinische Maßnahmen allerdings durchaus sinnvoll sein. Zu den entsprechenden Maßnahmen zählen hier vor allem Physiotherapien in Form von Haltungsschulungen und Stärkungen der Rückenmuskulatur.

Bei Patienten im Wachstumsalter, die von einer fortschreitenden Wirbelsäulenverkrümmung mit einem Skoliosewinkel von über 20° betroffen sind, werden physiotherapeutische Schritte häufig durch das vorübergehende Tragen eines Korsetts ergänzt. Ein solches Korsett dient der individuellen Lenkung des weiteren Wirbelsäulenwachstums, indem es einer Symptomverschlechterung vorbeugt und bereits aufgetretene Verkrümmungen korrigiert. Je nach individuellem Therapieplan sollte ein angepasstes Korsett vom Patienten täglich etwa 16 – 22 Stunden getragen werden.

Ist eine sehr stark ausgeprägte Skoliose bei Patienten im Wachstum auf konservativem Weg (also mithilfe von Physiotherapie und/oder des Tragens eines Korsetts) nicht ausreichend zu korrigieren, kann im Einzelfall einechirurgische Behandlung notwendig werden. Von einer stark ausgeprägten Wirbelsäulenverkrümmung ist in der Medizin im Schnitt bei einem vorliegenden Skoliosewinkel von über 40° die Rede. Mithilfe unterschiedlicher möglicher Operationstechniken umfasst eine chirurgische Skoliosebehandlung eine Aufrichtung und Versteifung der verkrümmten Wirbelsäule sowie die Korrektur verdrehter Wirbelkörper. Implantate dienen abschließend der Stabilisierung des erzielten Behandlungserfolges.

Welche Risiken gehen mit einer operativen Skoliosebehandlung einher?

Bei operativen Korrekturen einer Skoliose durch ausreichend qualifizierte Fachärzte treten nur selten Komplikationen auf. Der behandelnde Mediziner klärt seine Patienten im Vorfeld des Eingriffes allerdings ausführlich über mögliche Behandlungsrisiken auf. Zu den entsprechenden Risiken zählen beispielsweise Infektionen im Bereich eingefügter Implantate, Gewebsverletzungen während der Operation sowie eine unzureichend erzielte Einsteifung der Wirbelsäule.

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