Tattoo-Entfernung

Vom Tribal über dem Po bis hin zum Schmetterling auf dem Schulterblatt: Viele Menschen sind tätowiert, doch oft sind die Träger der Motive nach einiger Zeit überdrüssig. Die früher heißgeliebten Tätowierungen stören die Karriereplanung oder erinnern an Dinge, die wir lieber vergessen möchten. Doch die Entscheidung für eine Tätowierung muss niemand mehr für sein ganzes Leben treffen. Heute ist es möglich, störende Tattoos mit einer Laserbehandlung schonend entfernen zu lassen.

Welche Methoden zur Tattoo-Entfernung gibt es?

Bis noch vor einigen Jahren wurden zur Tattoo-Entfernung die betreffenden Stellen entweder chirurgisch entfernt, die Haut wurde dabei mit einer hochtourigen Fräse abgeschliffen oder aber mit Milchsäure behandelt. Diese potenziell hautbelastenden Behandlungen zur Entfernung von Tattoos gehören heute der Vergangenheit an. Mittlerweile sind wirksame und sichere Methoden gefragt, wie sie zum Beispiel moderne Laser bieten. Schon vor 20 Jahren sorgten sogenannte „Q-Switch- bzw. Nanosekunden-Laser“ in der Tattoo-Entfernung für Aufsehen und sind unter anderem in der Behandlung von Tattoos bis zum heutigen Tage erfolgreich. Mit einem extrem leistungsstarken Pikosekundenlaser, der seit einiger Zeit auf dem Markt ist, lassen sich Tattoos nun sogar noch schneller, schmerzärmer und präziser als zuvor entfernen. Im Gegensatz zum Abschälen und Abschleifen des Tattoos oder der Anwendung von Milchsäure erzielt die Behandlung per Laser zudem sehr gute kosmetische Resultate, sodass Patienten nach der Behandlung nicht mit störenden Narben rechnen müssen. Dank der Weiterentwicklung dieser effektiven und zugleich hautschonenden Lasertechnologie ist es heute auch möglich, helle und bunte Farben restlos zu beseitigen.

Tattoo-Entfernung nur beim Facharzt

Viele Tattoo-Studios oder auch Kosmetikinstitute bieten inzwischen Tattoo-Entfernung mit einem Laser an. In allen europäischen Ländern außer Deutschland ist es Nichtärzten untersagt, Tattoos zu entfernen, in Deutschland ist die rechtliche Situation bisher nicht eindeutig geklärt. Das Problem ist zudem, dass es keinerlei spezieller Zulassung bedarf, um Tattoos entfernen zu dürfen. Angelesenes Halbwissen, eine einzige Schulung und der Besitz des Equipments reichen dafür fast schon aus. Außerdem ist die Laserbehandlung nur ein Teil der erfolgreichen Entfernung eines Tattoos. Die spezielle Wundbehandlung nach und zwischen den Lasersitzungen erfordert eine verschreibungspflichtige Creme, die nur von einem Facharzt verschrieben werden kann. Aus diesem Grund ist dringend dazu zu raten, sich Tattoos ausschließlich von Dermatologen mit entsprechender Zusatzzertifizierung entfernen zu lassen. Darüber hinaus verfügen auch die meisten Fachärzte der Plastisch-Ästhetischen Chirurgie über die erforderliche Erfahrung und die nötige Technik und bieten professionelle Tattoo-Entfernungen an.

Behandlungsablauf

Tattoo-Entfernung mittels Laser

Während der Tattoo-Entfernung mithilfe eines Lasers dringt das Licht des Lasers in die Haut ein und wird dort von den eingelagerten Farbpartikeln, die sich 4 bis 5 mm unter der Haut befinden, aufgenommen. Hierdurch kommt es zu einem kurzen Platz-/Sprengeffekt, wobei die Farbpartikel zerkleinert werden und sich die Verkapselung der Farbpigmente auflöst. Die freiliegenden Farbpartikel können nun vom Immunsystem abgetragen werden. Genau wie andere Fremdstoffe spült das Lymphsystem die freigelegte Farbe aus dem Körper. Das umliegende Gewebe in der Farbe “Hautton” bleibt dabei vollkommen unberührt.

Der Laser gibt keine UV- und auch keine Röntgen-Strahlung ab, wodurch die Haut keinerlei ionisierender Strahlung ausgesetzt wird, jegliche Zellveränderung an und in der Haut ist ausgeschlossen. In rund 98 % aller Tattoo-Entfernungen bleibt die Haut heil. 

Am einfachsten lassen sich schwarze Tätowierungen entfernen. Auch Blau, Grün und Rot zählen zu den Farbtönen, die sich gut beseitigen lassen. Hartnäckig sind Motive, die mit Weiß, Gelb oder

Orange gestochen wurden, da sie mehr Pigmente haben, die unter der Haut feiner verteilt sind und weil sie das Laserlicht weniger gut absorbieren. Mithilfe spezieller Lasersysteme lassen sich heutzutage jedoch auch solche Tattoos gut entfernen. 

Der neuartige Pikosekundenlaser arbeitet mit einer einzigartigen Technologie, die die vollständige Entfernung aller Arten von Tattoos - ob dunkel oder hell, ob farbig oder schwarz - ermöglicht. Jede Farbe eines Tattoos spricht dabei auf eine bestimmte Wellenlänge an, auf die der Laser genau abgestimmt sein muss. So lassen sich schwarze und dunkelblaue Farben besonders effektiv mit Wellenlängen im Bereich von 1064 nm (Nanometern) entfernen. Rote und gelbe Tätowierungen dagegen werden mit einer Wellenlänge von 532 nm am besten beseitigt. 

Die Laserbehandlung ist schmerzarm, wird aber unterschiedlich empfunden, je nach Schmerzempfindlichkeit und Körperstelle (vergleichbar mit kleinen Stichen). In der Regel wird das zu behandelnde Areal jedoch im Vorfeld mithilfe spezieller Salben örtlich betäubt und während der Behandlung effektiv gekühlt. Durch die Hautkühlung wird der Schmerz nicht mehr wahrgenommen und somit ist die Behandlung deutlich besser zu tolerieren.

Was ist vor der Behandlung zu beachten?

Faktoren wie krankhafte Hautveränderungen, Neigungen zu Herpesinfektionen oder eine Schwangerschaft können gegen eine Tattoo-Entfernung sprechen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, sich vorab ausführlich beim behandelnden Arzt zu informieren und sich detailliert über alle Aspekte einer Tattoo-Entfernung aufklären zu lassen. 

Für eine erfolgreiche Tattoo-Entfernung empfiehlt es sich, den zu lasernden Bereich vor der Behandlung für einige Tage vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. 

Dauer der Behandlung

Prinzipiell können Tattoos auf allen Körperregionen entfernt werden. Man kann jedoch sagen, je weiter entfernt das Tattoo vom Körperstamm entfernt liegt, umso länger dauert die Laser-Entfernung. Auch das Ansprechen auf die Laser-Entfernung und die Zeitdauer, die das Abblassen der Haut beansprucht, ist abhängig von der Körperstelle, auf der sich das Tattoo befindet. 

Auch die genaue Anzahl der Behandlungen hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich auch von einem erfahrenen Laser-Anwender nicht exakt vorausberechnen. Sie hängt unter anderem von Pigmentierfarbe, Tiefe, Alter und Größe des Tattoos ab, sowie von der Reaktionsfähigkeit des körpereigenen Immunsystems. Da jedes Tattoo-Studio unterschiedliche Farbmischungen verwendet, bedarf es meist einer Vorbehandlung um die Zahl der erforderlichen Behandlungen in etwa abschätzen zu können.

In der Regel sind mit einem Nanosekundenlaser meist vier bis zehn Behandlungen notwendig, wobei bereits nach jeder Behandlung eine Aufhellung stattfindet. In seltenen Fällen, vor allem bei doppelt gestochenen Tattoos, können auch mehr Behandlungen notwendig sein. Bei einer Tattoo-Entfernung mithilfe des Pikosekundenlasers reichen jedoch meist drei bis fünf Sitzungen aus. Das ist für die Haut weniger belastend, es reduziert das Risiko von Komplikationen und führt zu schnelleren Behandlungsergebnissen. Zudem ist in den meisten Fällen bereits nach der ersten Sitzung eine deutliche Aufhellung sichtbar. 

Zwischen den Sitzungen der Laserbehandlungen benötigt die Haut jedoch jeweils circa vier bis sechs Wochen Ruhe, um sich erholen zu können.

Die Länge einer einzelnen Laser-Sitzung hängt natürlich auch von der Größe des Tattoos und der Verschiedenfarbigkeit ab. Handelt es sich um sehr flächige Tattoos so werden diese meist in einzelne Bereiche aufgeteilt und diese nach einander behandelt. Müssen mehrere Farben entfernt werden, so können auch verschiedene Lasersysteme in Verwendung kommen.

Kosten

Für die Entfernung eines mittelgroßen Tattoos muss der Betroffene pro Sitzung mit Kosten zwischen 50 € und 250 € rechnen. Die Behandlung wird nicht von der Krankenkasse übernommen.

Nachsorge und Risiken

Nach der Laserbehandlung wird auf das Behandlungsareal in der Regel eine spezielle Wundcreme und ein steriler Verband aufgetragen. Die behandelte Stelle sollte dann für 24 Stunden bedeckt gehalten werden. Anschließend sollte der Betroffene einmal täglich eine spezielle Creme auf das Behandlungsareal auftragen und dieses abdecken. Im Anschluss an die Behandlung kann es zu einer oberflächlichen Hautreizung, Hautrötung, zu Blutungen, Blasenbildung und leichter Schwellung im Behandlungsbereich kommen. Auch sogenannte Pigmentverschiebungen können nach der Behandlung eintreten.

Diese bilden sich in der Regel aber nach vier bis sechs Monaten wieder zurück. Damit sich an behandelten Hautpartien keine möglichen Hautverfärbungen einstellen, ist es auch im Anschluss für einige Wochen sinnvoll, direkte Sonneneinstrahlung und den Gang ins Solarium zu meiden. Um die Infektionsgefahr nach der Laserbehandlung zu senken, sollten in den ersten Tagen nach einer Tattoo-Entfernung auch Besuche von Schwimmbad und Sauna unterlassen werden. Während der Laserbehandlungszeit sollte zudem Kraftsport, der die Muskeln unter dem Tattoo beansprucht, unterlassen werden, da dies auch zu Vernarbungen führen kann. 

Immer mehr Menschen wünschen sich eine Aufhellung eines Tattoos um dieses später mit einem neuen Motiv überstechen zu lassen. Ist dies der Fall, so muss jedoch eine gewisse Schonzeit, die in Absprache mit dem behandelnden Arzt ermittelt wird, eingehalten werden.

Finden Sie Ihren Spezialisten
Für weitere Informationen zum Thema Tattoo-Entfernung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz nehmen Sie gerne mit einem unserer Experten Kontakt auf.

FINDEN SIE IHREN SPEZIALISTEN IN IHRER NÄHE

Folgende Spezialisten bieten die Tattoo-Entfernung an

Standorte der Ärzte

Close Open Menu Arrow next Search Search Telephone Mail Fax world facebook twitter youtube instagram arrowup