Zahnspangen

Ein Lächeln sagt oft mehr als tausend Worte, vor allem wenn dabei schöne, gesunde und auch gerade Zähne zum Vorschein kommen. Doch nur die Wenigsten haben von Natur aus ein ebenmäßiges Gebiss. Meist ist Platzmangel Grund für störende Fehlstellungen. Diese stören nicht nur die Ästhetik, auch die Funktionsfähigkeit kann behindert und Karies begünstigt werden. Eine kieferorthopädische Behandlung mit einer Zahnspange kann Fehlstellungen korrigieren und vorbeugen.

Ein strahlendes Lächeln und schöne, gesunde und gerade Zähne sind eine wichtige Voraussetzung für Wohlbefinden, Selbstbewusstsein, sowie Erfolg in Beruf und Privatleben. Doch nicht jeder hat von Natur aus schöne gerade Zähne. Oft ist im Mund nicht genug Platz für die noch im Kiefer befindlichen oder bereits herausgewachsenen Zähne. In der Folge kann es zu einer Verschiebung der Zähne kommen, einzelne Zähne wachsen schief, unvollständig oder gar nicht heraus. Zahnfehlstellungen und Fehlstellungen des Kiefers können aber auch erblich bedingt sein. Dadurch ist nicht nur die Optik beeinträchtigt, auch gesundheitliche Nachteile wie zum Beispiel eine Einschränkung der Kaufunktion, Kiefergelenksprobleme, Zahnfehlbelastungen oder Karies können dadurch ausgelöst werden. Eine kieferorthopädische Behandlung, die mithilfe einer festen oder herausnehmbaren Zahnspange durchgeführt wird, kann wirkungsvoll Abhilfe schaffen und Betroffenen ein unbeschwertes gewinnendes Lachen ermöglichen.

In der Regel werden kieferorthopädische Behandlungen im Wechselgebiss begonnen - also meist im Alter von 9 bis 12 Jahren. In seltenen Einzelfällen ist bei einer stark ausgeprägten Zahn- und Kieferfehlstellung eine Behandlung bereits im Vorschulalter notwendig, wenn der Zahnwechsel von Milchzähnen zu bleibenden Zähnen noch nicht begonnen hat. Grundsätzlich kann eine kieferorthopädische Behandlung aber unabhängig vom Alter des Patienten durchgeführt werden. Dank innovativer Methoden entscheiden sich heute auch immer mehr Erwachsene für eine kieferorthopädische Behandlung.

Zahnspangenarten

Man unterscheidet feste und herausnehmbare bzw. lose Zahnspangen. Während feste Zahnspangen mithilfe sogenannter Brackets für die Dauer der Behandlung an den Zähnen fixiert werden, können herausnehmbare Zahnspangen herausgenommen werden. Zudem gibt es auch "unsichtbare" Zahnspangen.

Feste Zahnspangen

Feste Zahnspangen zeichnen sich dadurch aus, dass die Apparatur dauerhaft an den Zähnen befestigt ist. Sie haben den Vorteil, dass die Zahnbewegung körperlich und das Ergebnis stabil ist. Sie wird insbesondere bei bleibenden Zähnen genutzt. Dazu werden kleine Halteelemente-Klammern (Brackets) auf die Außenseiten der Zähne geklebt. An diesen wird wiederum ein System aus elastischen Bögen, Federn oder Gummizügen fixiert, die durch sanften Zug auf die Zähne diese an den vorgesehenen Platz bewegen.

Es ist möglich, Brackets aus Keramik oder aus Metall zu wählen, was vor allem einen Einfluss auf die Optik hat. Durch das Tragen fester Zahnspangen wird die Mundhygiene erschwert, da die Brackets Retentionsstellen für Zahnbelag (Plaque) bieten. Manche Kieferorthopäden bieten deshalb eine Bracketumfeld-Versiegelung der Zähne an, um Kariesschäden vorzubeugen. Auch die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt und professionelle Zahnreinigungen sind hierbei empfehlenswert.

Die Behandlungsdauer hängt vom Grad der Fehlstellung und vom Alter des Patienten ab. Bei Kindern und Jugendlichen ist das Kieferwachstum noch nicht abgeschlossen, was die Behandlungsdauer verkürzt. Erwachsene Patienten müssen mit einer etwas längeren Behandlungszeit rechnen. 

Herausnehmbare Zahnspangen 

Sie werden häufig dann eingesetzt, wenn der Zahnwechsel von Milchzähnen zu bleibenden Zähnen noch nicht abgeschlossen ist, also Milch- und bleibende Zähne gleichzeitig im Mund auftreten. Eine herausnehmbare Zahnspange wird daher von Kieferorthopäden meist im Kindesalter empfohlen. Bei herausnehmbaren Zahnspangen kann der Kiefer reguliert werden, d.h. die Kiefergröße, -lage und das Wachstum des Kiefers kann gesteuert werden. 

Mit herausnehmbaren Zahnspangen ist die Zahnpflege unkomplizierter, da bei der Mundhygiene keine besonderen Vorkehrungen notwendig sind. Auch wird diese Zahnspange nicht während der Mahlzeiten getragen und kann außerhalb des Mundes gereinigt werden. Für den Behandlungserfolg mit einer herausnehmbaren Zahnspange ist es allerdings wichtig, dass Eltern und Kinder darauf achten, dass die Zahnspange so viel wie möglich (bzw. so wie vom Kieferorthopäden empfohlen) getragen wird.

In der Regel beträgt die Behandlungsdauer mit einer herausnehmbaren Zahnspange bei Kindern zwischen 3 und 4 Jahren. Dies hängt allerdings ganz von der Fehlstellung der Zähne ab. Bei geringfügigen Gebissfehlentwicklungen kann die Behandlung auch einen wesentlich kürzeren Zeitraum in Anspruch nehmen. 

Unsichtbare Zahnspangen

Neben den herausnehmbaren und festen Zahnspangen existieren auch sogenannte “unsichtbare” Zahnspangen. Einerseits besteht die Möglichkeit, für eine „unsichtbare“ Zahnspange die Brackets an den Innenseiten der Zähne zu befestigen (Lingualtechnik), sodass sie von außen nicht zu sehen sind. Nachteil dieser Vorgehensweise ist allerdings, dass die Zungenbewegung eingeschränkt ist und es deshalb vorübergehend zu Schwierigkeiten mit der Aussprache kommen kann. An diese neuen Gegebenheiten gewöhnt man sich allerdings bereits nach kurzer Zeit. Eine andere Möglichkeit der "unsichtbaren" Zahnkorrektur sind sogenannte Aligner-Systeme.

Dabei trägt der Patient eine Reihe durchsichtiger, herausnehmbarer Kunststoffschienen, “Aligner” genannt, die für eine erfolgreiche Behandlung regelmäßig ausgetauscht und der veränderten anatomischen Situation angepasst werden müssen. Genauso wie bei festen Zahnspangen ist das erzielte Ergebnis stabil, sofern anschließend ein sogenannter "Retainer" getragen wird. Ein klarer Vorteil der Aligner-Systeme gegenüber der Lingualtechnik bildet die vereinfachte Mundhygiene.

Da die Kunststoffschienen zum Essen und Zähneputzen herausgenommen werden können, entstehen keinerlei Einschränkungen. An den innenliegenden Brackets dagegen können sich Speisereste schnell ablagern und festsetzen, die teilweise beim Zähneputzen nur schwer herauszubekommen sind. Die Behandlungsdauer mit unsichtbaren Zahnspangen hängt ganz von der individuellen Befundlage ab, das heißt von der Schwere der Zahn- und/oder Kieferfehlstellung. In der Regel dauert eine Zahnkorrektur mit unsichtbaren Zahnspangen bei Erwachsenen zwischen 7 Monaten und 2 Jahren. Die Retentionsphase, also die Zeit, in der das Ergebnis stabilisiert wird, beläuft sich auf mehrere Jahre.

Welche Zahnspange in einem individuellen Fall am besten geeignet ist, hängt einerseits vom Ausgangsbefund, andererseits auch von persönlichen Vorlieben ab. Lose Zahnspangen eignen sich am besten für die Behandlung schiefer Zähne bei Kindern, deren bleibendes Gebiss noch nicht vollständig herausgewachsen ist. Aber auch bei Erwachsenen ist diese Form der Zahnreguliergung sehr beliebt, da die Spange beispielsweise für ein Meeting einfach herausgenommen werden kann.

Feste Zahnspangen haben den Vorteil, dass sie nicht herausgenommen werden können und so permanent einen sanften, aber zielgerichteten Zug auf die Zähne ausüben. Bei Patienten, die eine unsichtbare Zahnspangenlösung vorziehen, sind feste Zahnspangen, die an den Innenseiten der Zähne befestigt werden, sowie das Invisalign-System, das mit durchsichtigen Schienen arbeitet, die Mittel der Wahl.

Behandlungsablauf

Zu Beginn einer kieferorthopädischen Behandlung werden zunächst Röntgenaufnahmen des Kiefers erstellt. Anhand dieser kann der Kieferorthopäde die Ausprägung der Fehlstellung feststellen und im Gespräch mit dem Patienten die Behandlungsoptionen besprechen. Zur Herstellung einer Zahnspange sowie um den Behandlungsverlauf kontrollieren zu können, werden Abdrücke des Kiefers genommen. Anhand dieser wird die Zahnspange individuell angepasst. 

Früher entfernten Kieferorthopäden häufig bleibende Zähne, um Platz in einem zu engen Kiefer zu schaffen. Durch moderne Behandlungsmethoden ist das Ziehen von Zähnen heute nicht mehr notwendig. Auch bei Erwachsenen kann allein durch eine Verschiebung der Zähne erreicht werden, dass die Zähne an ihren biologisch vorgesehenen Platz wandern, ohne dadurch ihre Nachbarn zu beeinträchtigen.

Im Verlauf der Behandlung werden regelmäßige Kontrollen durchgeführt, bei denen es zu Anpassungen der Spange an die sich bereits eingestellten Veränderungen kommt. Die Häufigkeit der Praxisbesuche hängt von der Art der Zahnspange sowie der Behandlungsphase ab. Bei herausnehmbaren Geräten betragen die Abstände zwischen den Kontrollen etwa 6 – 8 Wochen, bei festsitzenden Zahnspangen etwa 4 – 6 Wochen. Bei auftretenden Schmerzen, Verlust oder Beschädigung der Apparatur bzw. bei Lockerung von Bändern und Brackets sollte die kieferorthopädische Praxis jedoch – unabhängig vom vereinbaren Termin – umgehend aufgesucht werden. 

Die Dauer der Behandlung ist abhängig vom Umfang der kieferorthopädisch notwendigen Maßnahmen. Bei kleineren Fehlstellungen reichen manchmal schon einige Monate. Meistens jedoch, insbesondere bei ausgeprägten Zahn- und Kieferfehlstellungen, dauert es in der Regel 1 bis 3 Jahre, bis das Kieferwachstum und der Zahnwechsel abgeschlossen sind.

Nebenwirkungen

Wird eine feste Zahnspange angebracht, kann es – je nach Zahnspangenart – in den ersten Tagen zu leichten Schmerzen  oder im Falle der Lingualtechnik, bei der die Brackets an der Zahninnenseite befestigt werden, auch zu Schwierigkeiten bei der Aussprache kommen. Die Eingewöhnungsphase bei einer neuen Zahnspange ist normal. Hier kann es zu leichten Zahnschmerzen aufgrund des Zugs oder höherer Empfindlichkeit der Zähne kommen. Moderne Systeme auf dem Gebiet der Multibandtherapien erzeugen heute allerdings geringfügigere Kräfte, sodass anfängliche Schmerzen deutlich reduziert sind. Dennoch empfiehlt es sich, in den ersten Tagen nach Einsetzen oder Einstellen der Zahnspange auf zu feste bzw. harte Nahrung zu verzichten.

Auch bei herausnehmbaren Zahnspangen können anfänglich Schmerzen entstehen. In der Eingewöhnungsphase kann es zudem zu leichten Entzündungen des Mundraums kommen. Die Zahnspange gilt zunächst als "Fremdkörper", an die sich die Mundschleimhaut erst noch gewöhnen muss. Spülen mit Kamillen- oder Salbeitee kann hier Abhilfe schaffen. Ebenso können störende Stellen an den Brackets mit speziellen Silikonwachsstreifen überklebt werden. Diese anfänglichen Beschwerden klingen jedoch bereits nach einiger Zeit wieder ab und der Mund hat sich an die "neue Situation" gewöhnt. Dem Risiko einer Kariesbildung aufgrund einer festen Zahnspange kann mit einer konsequenten, guten Zahnpflege, regelmäßigen Zahnreinigungen beim Zahnarzt und einer Bracketumfeld-Versiegelung vorgebeugt werden. Darüber hinaus ist es wichtig, um Infektionen zu vermeiden, herausnehmbare Zahnspangen täglich gründlich zu reinigen. Hierfür können beispielsweise spezielle Reinigungstabletten verwendet werden. 

Nachsorge

Nach der kieferorthopädischen Behandlung beginnt die für ein dauerhaftes Behandlungsergebnis besonders entscheidende Phase: die sogenannte Retentionsphase. In dieser Phase müssen sich die Zähne nach der Bewegung eine gewisse Zeit lang stabilisieren und der Knochen muss nachgebildet werden. Dazu werden am Ende der Behandlung sogenannte Retainer (dünne Drähte) hinter den Frontzähnen im Ober- und Unterkiefer angebracht (aufgeklebt). Ein weiteres sogenanntes Retentionsgerät kann eine herausnehmbare Zahnspange sein, die nachts getragen werden soll.

Regelmäßige Kontrollen beim Kieferorthopäden sind für die Überwachung des Prozesses und ein langfristiges Ergebnis unerlässlich.

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