Hormontherapie bei Beschwerden in den Wechseljahren

Studien zeigen warum eine Hormontherapie gerade in den Wechseljahren besonders sinnvoll ist

Noch immer halten sich die Gerüchte, dass eine Hormontherapie mit enormen gesundheitlichen Risiken einhergeht, hartnäckig. 

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) gibt jedoch Entwarnung und spricht sich deutlich für eine Hormontherapie für Frauen mit Wechseljahresbeschwerden aus. 

Die Studienergebnisse aus dem Jahr 2002, die für den schlechten Ruf der Hormontherapie verantwortlich waren, seien damals falsch interpretiert worden. 

Das größte Problem der damaligen Studie: Die Studienteilnehmerinnen waren mit durchschnittlich 63 Jahren nicht nur deutlich älter als Frauen im üblichen menopausalen Alter. Zudem waren die Teilnehmerinnen im Durchschnitt übergewichtig, litten unter Diabetes sowie Fettstoffwechselstörungen und erhöhtem Blutdruck. 

Aufgrund des mäßigen bis schlechten Gesundheitszustandes und des höheren Alters der Studienteilnehmerinnen können daher keine aussagekräftigen Aussagen zu den gesundheitlichen Auswirkungen einer Hormontherapie getroffen werden. 

Nach der Publikation der besagten Studien sank die Zahl der Hormontherapien um 80 Prozent. Gleichzeitig stieg der Verbrauch von Antidepressiva, Schlafmitteln und eine Vielzahl an nicht zugelassenen Substanzen extrem. Viele Frauen, für die eine Hormontherapie durchaus sinnvoll gewesen wäre, entschieden sich aufgrund der falsch interpretierten Publikationen dagegen.

Nach über 15 Jahren können Experten nun sagen, dass eine Hormontherapie das Risiko an Brustkrebs zu erkranken nicht generell erhöht. Viel entscheidender für das individuelle Brustkrebsrisiko ist das Lebensalter, die Dauer und Dosierung der Hormontherapie, die körperliche Aktivität, das Gewicht und verschiedene genetische Faktoren

Neuere Studien, bei denen die Therapie bei Frauen in einem Alter zwischen 50 und 60 Jahren getestet wurde, konnten zeigen, dass eine frühe Hormontherapie in der Menopause  nicht nur deren Symptome deutlich reduzieren konnte. Die Hormonbehandlung wirkte sich zudem sehr positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus und führte in diesem Zusammenhang zu einer geringeren Sterblichkeit.

Allerdings ist die Hormontherapie bei Wechseljahresbeschwerden nicht für jede Frau geeignet. Während etwa 20-30 Prozent der Frauen deutlich unter dem Symptomen der Wechseljahre leiden, treten die Symptome bei anderen Frauen nur in geringem Maß auf. 

Trotz der positiven Auswirkungen der Hormontherapie gibt es gleichzeitig auch Risiken, die mit dem behandelnden Arzt im individuellen Fall besprochen werden sollten. So birgt eine Hormontherapie das geringfügig erhöhte Risiko für Thrombose. Durch die Applikation von Hormonen über die Haut, lässt sich dieses Risiko jedoch minimieren. 

Auch die Dauer der Therapie ist für den Erfolg der Hormonbehandlung entscheidend. So konnten Studien belegen, dass eine längere Therapie mit Hormonen und eine Therapie bei Frauen über 60 mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Im Schnitt sollte die Hormontherapie nicht länger als 5 Jahre durchgeführt werden. Auch wichtig für den Erfolg der Behandlung: Die Therapie sollte unbedingt langsam ausgeschlichen werden, da unangenehme Beschwerden sonst wieder zurückkehren.

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