Schilddrüsenüberfunktion bei Kinderwunsch

Die Schilddrüse produziert viele lebensnotwendige Hormone. Kommt es zur Überfunktion so gerät der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht. Unbehandelt kann eine Hyperthyreose schwere gesundheitliche Beschwerden bereiten und auch dem Kinderwunsch im Wege stehen. Mit der richtigen Behandlung lässt sich die Schilddrüse alelrdings gut in den Griff bekommen.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) produziert die Schilddrüse zu viele Hormone – der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren. Das hat mitunter unangenehme Symptome zur Folge. Unbehandelt kann eine Hyperthyreose zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Auch auf die Familienplanung nimmt eine Überfunktion der Schilddrüse Einfluss. So besteht nicht nur eine geringere Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden. Während einer Schwangerschaft ergeben sich zudem Risiken für Mutter und Kind. Eine effektive Therapie der Schilddrüsenüberfunktion ist daher bereits im Vorfeld ratsam.

Welche Aufgaben übernimmt die Schilddrüse im Körper?

Wenngleich die Schilddrüse im menschlichen Körper ein vergleichsweise unscheinbares Organ darstellt, ist sie von immenser Wichtigkeit. Vor allem im Hinblick auf Stoffwechsel und wesentliche Körperfunktionen ist sie relevant.

Das schmetterlingsförmige Organ, das im vorderen Halsbereich gleich unterhalb des Kehlkopfes liegt, produziert die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin oder Thyroxin). Diese regeln wichtige Körperfunktionen (zum Beispiel Energie- und Temperaturhaushalt) und stabilisieren Prozesse im Bereich von Herz-Kreislauf, Magen-Darm oder Psyche. Darüber hinaus nehmen die Schilddrüsenhormone wesentlichen Einfluss auf die körperliche und geistige Entwicklung Heranwachsender. Auch im Hinblick auf Sexualität und Fortpflanzung sind sie nicht unwichtig.

Entsprechende Prozesse werden vor allem über die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) beziehungsweise den Hypothalamus im Gehirn gesteuert. Sinkt der Hormonspiegel im Blut, schüttet die Hypophyse das Hormon TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon/Thyreotroponin) aus. Dieses wiederum regt die Schilddrüse zur Hormonproduktion an. Sind genügend Schilddrüsenhormone freigesetzt, wird die Produktion wieder gedrosselt. In diesem Prozess spielt auch Jod eine wichtige Rolle. Dieses benötigt die Schilddrüse nämlich zwingend zur Hormonproduktion.

Funktionsstörungen der Schilddrüse

Neben Beschwerden wie etwa eine Vergrößerung (Struma), Zysten, Knotenbildungen oder Tumore, zählen Funktionsstörungen zu den häufigsten Erkrankungen der Schilddrüse. Man unterscheidet hier zwischen Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Bei einer Überfunktion werden zu viele Schilddrüsenhormone ins Blut abgegeben. In Folge dessen laufen Organismus und Stoffwechsel auf Hochtouren. Typische Symptome wie Herzrasen, Zittern oder verstärktes Schwitzen setzen ein.

Gründe für die vermehrte Hormonausschüttung sind unterschiedlich. Neben einer genetischen Disposition können auch Medikamente oder eine verstärkte Jodaufnahme ursächlich sein. Die beiden gängigsten Ursachen für eine Hyperthyreose sind sogenannte „heiße Knoten“ an der Schilddrüse – gutartige Gewebswucherungen, die unkontrolliert Hormone produzieren – oder die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow. Bei Morbus Basedow werden Antikörper gegen Schilddrüsenzellen gebildet.

Statistisch betrachtet leiden Frauen übrigens bis zu vier Mal häufiger an einer Schulddrüsenüberfunktion als Männer.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse werden zu wenige Schilddrüsenhormone produziert und ausgeschüttet. Stoffwechselprozesse finden in weiterer Folge verlangsamt statt. Entsprechende Symptome wie Antriebsschwäche, verlangsamter Puls oder Gewichtszunahme machen sich bemerkbar.

Gemeinhin tritt eine Hypothyreose häufiger als eine Hyperthyreose auf. Auch hier sind Ursachen in der Regel breit gefächert. Sie reichen von genetischen Faktoren über Medikamenteinnahme oder Jodmangel bis hin zu Autoimmunerkrankungen (allen voran Hashimoto Thyreoiditis).

Weitere Informationen zur Schilddrüsenunterfunktion und zur Hashimoto-Thyreoiditis

Schilddrüsenüberfunktion: Symptome

Aufgrund der vermehrten Hormonausschüttung läuft der Organismus bei einer Schilddrüsenüberfunktion auf Hochtouren. Das führt dazu, dass Stoffwechselprozesse angekurbelt werden. Typische Anzeichen machen sich bemerkbar.

Schilddrüsenüberfunktion: Symptome im Überblick

  • Herzrasen, beschleunigter Puls, Bluthochdruck
  • Herzrhythmusstörungen, Beklemmungen in der Herzgegend
  • Schweißausbrüche, starkes Schwitzen
  • Erhöhte Körpertemperatur
  • Zittern, Unruhe, Hyperaktivität
  • Emotionale Unruhe, Nervosität, Angstzustände, Aggressivität
  • Erschöpfung
  • Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen
  • Depression, depressive Verstimmungen
  • Haarverlust, brüchige Nägel
  • Gewichtsverlust (bei normalem Appetit)
  • Vermehrter Durst
  • Häufiger Stuhlgang, Durchfälle
  • Problematiken in der Potenz
  • Menstruationsstörungen, Ausbleiben der Menstruation
  • Problematiken mit/an den Augen (Rötungen, Schwellungen, Doppelbilder, Hervortreten der Augen)

Hyperthyreose: Gibt es immer Anzeichen?

Nicht immer wird eine Schilddrüsenüberfunktion sofort erkannt. Anzeichen können durchaus unspezifisch sein. Treten sie nur vereinzelt auf, schließt man nicht selten fälschlicherweise auf andere Grunderkrankungen. Darüber hinaus machen sich Symptome vor allem bei älteren Menschen häufig deutlich abgeschwächt bemerkbar.

Verdacht auf Schilddrüsenüberfunktion: Wann zum Arzt?

Bei diffusen Beschwerden hat man nicht zwingend sofort die Schilddrüse im Verdacht. Dennoch weisen manche Anzeichen darauf hin, dass eventuell eine Hyperthyreose vorliegen könnte.

So sollte man bei sämtlichen Veränderungen im Bereich der Schilddrüse – etwa Vergrößerungen, Druck- und Engegefühl oder Knotenbildung – hellhörig werden. Auch Beschwerden wie Herzrasen, starkes Schwitzen, Haarausfall, Zittern oder Zyklusstörungen nimmt man besser nicht auf die leichte Schulter. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt. Bei begründetem Verdacht wird dieser zum Endokrinologen oder Internisten überweisen.

Schilddrüsenüberfunktion und Kinderwunsch

Nicht selten bestehen Empfängnisschwierigkeiten durch Funktionsstörungen der Schilddrüse. Schwanger werden sowie die Entwicklung des Fötus sind dann mitunter erschwert. Das liegt daran, dass Schilddrüsenhormone in Wechselwirkung mit den weiblichen Sexualhormonen stehen.

Sowohl bei einer Über- als auch bei einer Unterfunktion der Schilddrüse kann es zu Zyklusstörungen und in weiterer Folge zu Einschränkungen in der Fruchtbarkeit kommen. Doch nicht nur das Schwangerwerden selbst ist erschwert, auch auf die Entwicklung des Embryos wirkt sich eine hormonelle Schieflage mitunter empfindlich aus. Es ist daher ratsam, bei bestehender Unfruchtbarkeit beziehungsweise wiederholten Fehlgeburten immer auch die Schilddrüse in den Blick zu nehmen.

Unerfüllter Kinderwunsch wegen Schilddrüsenüberfunktion

Es steht außer Frage, dass die Schilddrüse Einfluss auf die Fruchtbarkeit nimmt. Etwa ein Zehntel aller ungewollt kinderlosen Frauen ist von einer Funktionsstörung betroffen. Sowohl die Schilddrüsenunterfunktion als auch die Schilddrüsenüberfunktion können dem Kinderwunsch entgegenstehen. Ursächlich sind meist Zyklusstörungen, die aufgrund des hormonellen Ungleichgewichts entstehen. So findet häufig ein sehr unregelmäßiger beziehungsweise auch gar kein Eisprung statt. 

Tritt dennoch eine Schwangerschaft ein, lassen nicht behandelte Funktionsstörungen das Risiko einer Fehlgeburt ansteigen. Für die gesunde Entwicklung des Fötus ist ein stimmiges Niveau von Schilddrüsenhormonen nämlich von enormer Wichtigkeit. Während der Schwangerschaft ist der Bedarf etwas erhöht. Das Schwangerschaftshormon Beta-HCG stimuliert die Schilddrüse entsprechend. Schwangere haben daher auch einen erhöhten Jodbedarf.

Kann man trotz Schilddrüsenüberfunktion schwanger werden?

Auch wenn die Fruchtbarkeit bei einer Schilddrüsenüberfunktion – je nach Schweregrad – entsprechend eingeschränkt ist, kann eine Schwangerschaft prinzipiell natürlich jederzeit eintreten. Ist das der Fall, ergeben sich aufgrund der Hyperthyreose vermehrt Risiken für Mutter und Kind. Vor allem bei einer unbehandelten Funktionsstörung kann die fetale Entwicklung stark eingeschränkt sein. Fehl- sowie Totgeburten beziehungsweise Mangelgewicht treten dann wahrscheinlicher auf.

Umso wichtiger ist es, eine Überfunktion der Schilddrüse schon vor einer geplanten Schwangerschaft überprüfen und entsprechend behandeln zu lassen. Während der Schwangerschaft selbst sollte eine engmaschige Vorsorge Standard sein.     

Hyperthyreose: Schwangerschaft mitunter erschwert

Nicht nur, dass Frauen mit Hyperthyreose häufig Schwierigkeiten mit der Empfängnis haben, tritt eine Schwangerschaft schließlich ein, kann diese erschwert sein. So wirkt sich die erhöhte Produktion von Schilddrüsenhormonen negativ auf die Gesundheit von Mutter und Kind aus. Vor allem die fetale Entwicklung ist mitunter deutlich beeinträchtigt. Das liegt daran, dass mütterliche Schilddrüsenhormone die Plazenta passieren und folgend den Stoffwechsel des Kindes antreiben.

Die gängigsten Risiken sind in diesem Zusammenhang:

  • Fehlgeburten
  • Totgeburten
  • Frühgeburten
  • Entwicklungsschwierigkeiten/-verzögerungen
  • Vorzeitige Plazentaablösung
  • Präeklampsie
  • Fehlbildungen
  • Niedriges Geburtsgewicht


Der häufigste Grund für eine Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft ist übrigens die Erkrankung Morbus Basedow. Auch wenn eine solche bereits gut eingestellt wurde, kann sie sich während einer Schwangerschaft verschlechtern. Das verdeutlicht, weshalb eine engmaschige Kontrolle besonders wichtig ist.

Wie wird eine Schilddrüsenüberfunktion diagnostiziert?

Zur gesicherten Diagnose der Schilddrüsenüberfunktion kommen neben genauer Anamnese sowie körperlicher Untersuchung in der Regel labormedizinische Untersuchungen zum Einsatz. Auch bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchung und Szintigrafie sind maßgeblich, um etwaige Gründe für die Hyperthyreose festzustellen.

Labormedizinische Diagnostik bei Hyperthyreose

Blutabnahme und Auswertung der Hormonwerte im Labor stellen ein wichtiges Instrument zur Diagnose einer Schilddrüsenüberfunktion dar.

Wesentlich sind neben dem TSH-Wert die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4. Die ermittelten Werte werden stets auch in Relation zueinander gesetzt. So kann in jedem Fall von einer Hyperthyreose ausgegangen werden, wenn ein niedriger TSH-Wert in Kombination mit erhöhten Schilddrüsenhormonen T3 und T4 vorliegt. Liegen fT3 und fT4 im oberen Normbereich spricht man von einer Grenzwerthyperthyreose oder latenter Hyperthyreose, bei einer Erhöhung über dem Referenzbereich liegt eine manifeste Schulddrüsenüberfunktion vor.

Darüber hinaus ist die Bestimmung von Autoantikörpern sinnvoll, um Autoimmunerkrankungen erkennen zu können (Immunhyperthyreose). Wesentlich sind hier der TSH-Rezeptor stimulierende Antikörper (TRAK) sowie der mikrosomale Antikörper (MAK).

Ultraschall und Szintigrafie bei Schilddrüsenüberfunktion

Eine Sonografie ist die bevorzugte Methode, um Lage, Form, Struktur und Größe der Schilddrüse festzustellen. Veränderungen können hier gut erkannt werden. So liefern etwa manche Auffälligkeiten, die sich im Rahmen der Ultraschalluntersuchung zeigen, Hinweise auf Autoimmunerkrankungen. Bei Verdacht auf Morbus Basedow werden zusätzlich auch die Augenhöhlen geschallt (beim Augenspezialisten). Knotenbildungen sowie Zysten lassen sich im Ultraschall ebenfalls erkennen. Klarer Vorteil der Ultraschalluntersuchung ist, dass sie risikoarm ist. Allerdings lässt sie eher wenig Rückschlüsse auf die Funktion der Schilddrüse zu.

Demgegenüber kann die Funktionstüchtigkeit im Rahmen einer Szintigrafie gut beurteilt werden. Bei vorhandener Knotenbildung kommt diese daher trotz der eingesetzten radioaktiven Strahlung zur Anwendung, da die Aktivität der Hormonproduktion abgebildet werden kann. Sogenannte „kalte Knoten“ zeigen kaum Aktivität, während hingegen bei „heißen Knoten“ eine deutlich gesteigerte Hormonausschüttung festgestellt werden kann.

Schilddrüsenwerte und Kinderwunsch

Nachdem die Schilddrüse Grund dafür sein kann, dass keine Schwangerschaft eintritt, sollten bei unerfülltem Kinderwunsch die Schilddrüsenwerte in den Blick genommen werden. Neben dem basalen TSH-Wert und dem Blutspiegel der freien Schilddrüsenhormone (fT3 und fT4) ist vor allem auch der TSH-Antikörper-Wert (TSH-Rezeptor-Antikörper – TRAK) wesentlich.

Anhand der Werte lässt sich eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse feststellen. Auch wenn die fT3- und fT4-Werte noch im Normbereich sind, kann ein entsprechend hoher oder niedriger TSH-Wert bereits auf eine (latente) Funktionsstörung hinweisen.

Bei einer bestehenden Unterfunktion führt eine medikamentöse Substitution nicht selten zur ersehnten Schwangerschaft. Auch bei einer Überfunktion kann durch Medikamentengabe beziehungsweise andere Therapien die Fertilität verbessert werden (dazu später mehr).    

TSH-Wert und Schwangerschaft

Der TSH-Wert variiert je nach Lebensalter. Die Normwertgrenze bot in der Vergangenheit Anlass zu diversen Diskussionen. Mittlerweile wurden entsprechend viele Empfehlungen zum Referenzbereich veröffentlicht, sodass dahingehend Uneinigkeit herrscht.

In der Praxis erweisen sich ursprünglich fixierte Werte (zwischen 0,27 und 4,2 mU/l) häufig als zu wenig aussagekräftig. Vor allem individuelle gesundheitliche Aspekte werden hier kaum berücksichtigt. So kommt es immer wieder zu Fällen, bei denen der TSH-Wert wohl noch in den Normbereich fällt, diverse Problematiken – wie etwa ein unerfüllter Kinderwunsch – jedoch eine andere Sprache sprechen. Gemeinhin liegt der ideale TSH-Wert für das Eintreten einer Schwangerschaft nämlich im unteren Normbereich.

Mag ein TSH-Wert von 2,5 mU/l also auch in den Normwertbereich fallen, könnte er bei Frauen im gebärfähigen Alter dennoch Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch sein. Der Zielwert sollte in solchen Fällen niedriger angenommen werden. Das gilt auch für bereits eingestellte Funktionsstörungen der Schilddrüse. Hier kann eine entsprechende Veränderung der Medikamentendosis eine Schwangerschaft begünstigen.

Auch während der Schwangerschaft ist ein passender TSH-Wert wichtig, um eine gesunde Entwicklung des Kindes zu gewährleisten.

Was ist eine Schwangerschaftshyperthyreose?

Während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an mütterlichen Schilddrüsenhormonen, um das Baby optimal zu versorgen. Das Schwangerschaftshormon Beta-HCG ist dem TSH recht ähnlich und regt die Schilddrüse vor allem in den ersten Monaten zur erhöhten Hormonproduktion an. Etwa um die 20. Schwangerschaftswoche pendelt sich die gesteigerte Produktion in der Regel wieder ein.

Eine leichte Hyperthyreose (Schwangerschaftshyperthyreose) ist in den ersten Schwangerschaftswochen also nicht ungewöhnlich. Sie tritt bei etwa 10-20 Prozent aller Frauen auf. Im Normalfall gibt sich diese von selbst wieder. Selten kann daraus allerdings eine latente oder manifeste Schilddrüsenüberfunktion entstehen. Vor allem wenn sich die Schilddrüse in der Schwangerschaft über Gebühr vergrößert, ist Vorsicht geboten.

Behandlungsmöglichkeiten einer Schilddrüsenüberfunktion

Die rasche Therapie einer Schilddrüsenüberfunktion ist wichtig. Bleibt die Funktionsstörung unbehandelt, drohen nicht nur gesundheitliche Einbußen, zudem verschlimmert sich die Hyperthyreose in der Regel. Zuständiger Facharzt ist der Endokrinologe beziehungsweise der Internist.

Die Behandlung selbst orientiert sich nicht nur am jeweiligen Grund für die Überfunktion (Knotenbildung, Autoimmunerkrankung,…), auch die Ausprägung ist wesentlich. Darüber hinaus hängt die Therapie von Alter, Lebensumständen und individuellen Wünschen des Patienten ab. In der Regel kommen zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion drei verschiedene Möglichkeiten infrage – eine medikamentöse Therapie, eine Operation sowie die Radiojodtherapie.

Medikamente bei Schilddrüsenüberfunktion

Hier kommen sogenannte Schilddrüsenblocker zum Einsatz (Thyreostatika). Sie drosseln die Hormonproduktion. Dazu später mehr.

Radiojodtherapie

Bei dieser Therapieform nimmt der Patient radioaktives Jod ein oder bekommt dieses intravenös verabreicht. Die Reichweite der Strahlung ist gering, die Wirkung beschränkt sich lediglich auf die Schilddrüse. Dort wird das radioaktive Jod gespeichert, die hormonproduzierenden Zellen nehmen es auf. Während des Zerfalls entsteht Beta-Strahlung, die die Zellen folgend zerstört.

Auf diese Weise wird die Hormonproduktion reduziert. Die Strahlenmenge verbleibt einige Tage im Körper, weswegen die Therapie stationär durchgeführt wird. Während Schwangerschaft und Stillzeit darf die Radiojodtherapie nicht durchgeführt werden. Die Behandlung selbst ist ausgesprochen effektiv, allerdings besteht das Risiko, dass zu viele hormonproduzierende Zellen zerstört werden. Für den Fall, dass in Folge eine Unterfunktion eintritt, ist diese aber medikamentös leicht behandelbar. 

Operation der Schilddrüse bei Überfunktion

Eine operative Verkleinerung der Schilddrüse ist angezeigt, wenn diese stark vergrößert ist (Kropfbildung) beziehungsweise Medikation oder Radiojodtherapie nicht helfen. Im Vorfeld muss die Hormonproduktion medikamentös reguliert sein. Bei der Operation wird folgend Schilddrüsengewebe entnommen. Auch hier besteht das Risiko einer bleibenden Unterfunktion, die sich mit einer Dauermedikation aber gut einstellen lässt.

Schilddrüsenüberfunktion: Welche Medikamente?

Zur medikamentösen Therapie bei Schilddrüsenüberfunktion kommen Thyreostatika zum Einsatz. Sie wirken effektiv hemmend auf die Produktion der Schilddrüsenhormone. Häufig stellt sich bereits nach wenigen Wochen eine deutliche Verbesserung der Schilddrüsenwerte ein. Allerdings sind Thyreostatika durchaus mit Nebenwirkungen verbunden und eine dauerhafte Therapie kann nicht empfohlen werden. 

In der Regel kommen Thionamide zum Einsatz und hier vorrangig die Wirkstoffe Thiamazol und Carbimazol. Führen diese zu starken Nebenwirkungen, kann Propylthiouracil eine Alternative sein. Die Einnahme von Thyreostatika wird ärztlich überwacht. Häufige Nebenwirkungen sind Hautausschlag, Schwierigkeiten mit den Gelenken oder Fieber. Vor allem letzteres muss immer abgeklärt werden, da es in seltenen Fällen zur Beeinträchtigung der Blutbildung kommen kann.

Bei Morbus Basedow erfolgt die Therapie mit Thyreostatika in der Regel über ein bis zwei Jahre. Bei etwa 50 % der Patienten tritt danach tatsächlich kein Rückfall mehr auf, die Schilddrüsenwerte bleiben im Normbereich. Ist das nicht der Fall, müssen andere Therapien angedacht werden (Radiojodtherapie, Operation), da Thyreostatika nicht als Dauermedikation eingenommen werden sollten.

Schilddrüsenüberfunktion: Schwangerschaft und Medikamente

Sinnvoll ist es, eine Schilddrüsenüberfunktion noch vor der Familienplanung effektiv zu therapieren. Zudem sollte nach einer Radiojodtherapie sechs Monate lang keine Schwangerschaft eintreten (innerhalb der Schwangerschaft selbst ist sie absolut kontraindiziert). 

Dennoch kann es passieren, dass während der Schwangerschaft eine manifeste Hyperthyreose auftritt. Dann hat es Priorität, das Risiko für Mutter und Kind zu senken und im Zweifelsfall eine medikamentöse Therapie mit Thyreostatika einzuleiten.
Nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung kommen in der Regel Propylthiouracil, Thiamazol sowie Carbimazol zum Einsatz (im ersten Schwangerschaftsdrittel vorrangig Propylthiouracil).

Da die Wirkstoffe plazentadurchlässig sind, wird die niedrig wirksamste Dosis eingenommen. Zudem ist eine engmaschige Kontrolle von Mutter und Kind notwendig. Beim Neugeborenen ist eine vorübergehende Hyperthyreose nicht unwahrscheinlich.

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